Die Dosis macht das Gift.

Die Pein setzt explosionsartig ein. Sie dauert zwar nur Sekunden an, aber der Kopfschmerz ist so intensiv, dass der Mann medizinische Hilfe sucht.

Das ist der richtige Impuls: Denn der sogenannte Donnerschlagkopfschmerz, der plötzlich auftritt und extrem stark ist, kann Ausdruck lebensgefährlicher Probleme sein, einer Hirnblutung etwa. Ärzte sprechen wegen der Stärke der Pein auch von Vernichtungskopfschmerz.

Die Ärzte fragen den Mann, ob er in den vergangenen Tagen unter Sprachschwierigkeiten, Sehproblemen oder Schwäche litt. Das verneint er. Sein Blutdruck ist normal, bei einer neurologischen Untersuchung und bei einem Urintest zeigt sich nichts Ungewöhnliches. Auch eine Computertomografie (CT) von Kopf und Nacken ist unauffällig.

Die Diagnose: verengte Blutgefäße.

Mit einer speziellen CT-Methode sehen sich die Ärzte die Blutgefäße im Gehirn des Patienten genauer an. Mehrere Arterien sind stark verengt, sodass nicht alle Hirnregionen optimal mit Blut versorgt werden, berichtet das Team um Kulothungan Gunasekaran aus Detroit im Fachblatt "BMJ Case Reports". Sie diagnostizieren ein reversibles zerebrales Vasokonstriktionssyndrom (RCVS).

Für alle Nicht-Mediziner bedeutet das: ein vorübergehendes Zusammenziehen der Gefäße im Gehirn. Dies kann von verschiedenen Medikamenten und Drogen ausgelöst werden. Doch der Mann hat keine der Substanzen eingenommen, beteuert er.

Stattdessen erzählt er, dass die Probleme begannen, nachdem er an einem Wettbewerb teilgenommen hatte – es ging darum, wer die schärfsten Chilischoten verdrücken kann. Der 34-Jährige aß eine Schote der Sorte Carolina Reaper (Carolina-Sensenmann), die als schärfste Chili der Welt gilt.

So gefährlich kann das Essen von Chilischoten sein? 

Offenbar schon. Denn direkt nach dem Ende des Wettbewerbs bekam er einen starken Würgereiz. Zuerst schmerzten Hinterkopf und Hals stark, dann der gesamte Kopf. In den folgenden Tagen flammte der Donnerschlagkopfschmerz auf.

Vermutlich hat der Verzehr des Reapers die Beschwerden ausgelöst, nehmen die Mediziner an - obwohl zuvor kein Fall bekannt war, bei dem Chilischoten ein RCVS verursachten. Die Ärzte verweisen auf einen Bericht von 2012, laut dem ein 25-Jähriger nach der Einnahme von Cayennepfeffer-Tabletten einen Herzinfarkt erlitt. Sowohl in den Tabletten als auch in der Chilischote steckt die scharf schmeckende Substanz Capsaicin, die – in üblichen Mengen genossen – ungefährlich ist.

Mittlerweile geht es dem Mann wieder gut.

Der 34-Jährige erholt sich ohne Komplikationen. Weitere Donnerschlagkopfschmerzen bleiben ihm erspart. Nach fünf Wochen fertigen die Ärzte noch eine Aufnahme der Hirn-Blutgefäße an, die Verengungen sind verschwunden.

Dieser Text ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen


Gerechtigkeit

Die größte "Black Lives Matter"-Gruppe auf Facebook war offenbar der Fake eines weißen Australiers
Es ging wohl um viel Geld.

Der Australier Ian Mackay galt bis vor Kurzem als unbescholtener Mitarbeiter einer Gewerkschaft. Tatsächlich hat er wohl jahrelang ein Doppelleben geführt und war offenbar nebenbei Admin einer betrügerischen "Black Lives Matter"-Gruppe in den USA. Das zeigen Recherchen des Fernsehsender CNN.