Bild: Felix Kästle/dpa

Was ist passiert?

"Mein Kampf" wird im Theater in Konstanz aufgeführt. Auch Freikarten gibt es dafür. Unter einer Bedingung: Die Besucherinnen und Besucher müssen eine Hakenkreuz-Binde tragen. Bisher hätten sich rund 50 Interessierte gemeldet, sagte eine Sprecherin. 

Hinter der ganzen Aufregung steckt Kabarettist Serdar Somuncu, der Regie führt. Premiere ist am 20. April – Adolf Hitlers Geburtstag. 

Das Premierendatum hat Theaterintendant Christoph Nix festgelegt, wie Serdar Somuncu dem "Kultblatt" verriet. Somuncu sagte, er selbst hätte davon abgeraten, weil "dieser Tag eine Symbolwirkung hat. Das Datum ist provokant, aber wir werden sehen. Ich hoffe, dass nichts Schlimmes passiert, vorbereitet sind wir auf jeden Fall."

Warum die ganze Provokation?

Mit der Idee wollte das Theater nach eigenen Angaben zeigen, wie schnell man Menschen korrumpieren könne. Wer hingegen eine Karte kaufe, könne einen Davidstern als Zeichen der Solidarität mit den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft tragen, hieß es beim Schauspielhaus.

Gab es Protest?

Ja, die Stadt Konstanz hatte sich bereits vom Theater distanziert. Auch die Deutsch-Israelische Gesellschaft in der Bodensee-Region und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz hatten zusammen einen offenen Brief veröffentlicht: 

"Die Geschmacklosigkeit hat Programm. Die Premiere findet an Hitlers Geburtstag statt. Wir sind der Meinung, dass dieser bizarre 'Marketing-Gag' (Somuncu) des Stadttheaters Konstanz nicht akzeptabel ist. Es gibt eine dritte Option: Man kann auch keine Theaterkarte kaufen!"

Wie geht es jetzt weiter?

Das Theater hat auf die Vorwürfe reagiert. Zahlende Zuschauerinnen und Zuschauer könnten "auch ohne Symbole aus der NS-Zeit" die Aufführung anschauen.

Mit Material von dpa.

Update 20.4.2018: In einer früheren Version des Artikels stand fälschlicherweise, dass die Idee, die Vorführung mit Hakenkreuz-Binde und Davidstern zu besuchen, von Theaterintendant Christoph Nix stamme. Wir haben den Fehler korrigiert.


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