Bild: Efe/Alejandro Ernesto

Nach mehr als 50 Jahren Konflikt haben die kolumbianische Regierung und die FARC-Guerilla einen Friedensvertrag geschlossen. Nach dem Senat stimmte auch das Abgeordnetenhaus für das Abkommen: 130 Ja-Stimmen bei keiner Gegenstimme, die Gegner hatten nicht an der Abstimmung teilgenommen. (tagesschau.de)

Warum ist das historisch?

Der Jahrzehnte andauernde Konflikt in einem der größten Länder Lateinamerikas ist nun offiziell für beendet erklärt worden. Bis zu 260.000 Menschen sind in dem Konflikt bisher ums Leben gekommen. Sieben Millionen Menschen wurden vertrieben, Tausende vergewaltigt und gefoltert.

Die Farc entstand Mitte der Sechzigerjahre. Die Mitglieder kamen zum Teil aus der Bauernbewegung, zum Teil aus der kommunistischen Partei. Ihr ursprüngliches Ziel: Die Rebellen wollten autonome Gebiete und die darin lebenden Landwirte gegen Militärs und Übergriffe der Großgrundbesitzer verteidigen. (KAS)

Bislang waren alle Friedensverhandlungen gescheitert, zuletzt im Oktober.

Wieso scheiterten die Verhandlungen?

Schon seit 2012 haben Rebellen und Regierung über den Vertrag verhandelt. Mit einer knappen Mehrheit (50,21 Prozent) lehnte das Volk das Abkommen aber im vergangenen Herbst ab. Eine Zustimmung des Kongresses hätte gereicht, aber Präsident Juan Manuel Santos hatte sich den Rückhalt aus dem Volk gewünscht – vergeblich.

Die größte Kritik der Gegner: die zu milden Strafen für die Rebellen. Die kolumbianische Regierung und die Rebellen überarbeiteten den Vertrag noch einmal. Nun blieb das Volk bei der Abstimmung außen vor.

Was steht jetzt im neuen Vertrag?
  • Die größte Veränderung: Das Vermögen der Farc soll der Entschädigung der Opfer dienen. Mit Drogenhandel, illegalem Bergbau und Schutzgelderpressung hat die Guerilla erheblich viel Geld verdient.
  • Die Ex-Guerilleros sollen mehr Mitspracherecht bekommen: Für die nächsten zwei Wahlperioden bekommen sie mindestens je fünf Sitze im Senat und in der Abgeordnetenkammer garantiert.
  • Rund 5800 Farc-Kämpfer sollen entwaffnet werden.
  • Die Landreform: Grund und Boden soll gerechter verteilt werden.
  • Die Koka- und Marihuana-Plantagen sollen nach und nach durch Anbauflächen für legale landwirtschaftliche Produkte ersetzt werden. (SPIEGEL ONLINE)

Für Präsident Santos ist das Abkommen sein größter politischer Erfolg. Trotz Ablehnung des Volkes hatte er für seine Bemühungen der Friedensnobelpreis bekommen (bento.de). Nun dankte er dem Kongress für den "historischen Rückhalt und die Hoffnung auf Frieden für die Kolumbianer".


Tech

Was Instagram über unsere Geheimnisse verrät
Die besten Infografiken aus dem Buch "Nach dem Wochenende bin ich erst mal #krank"

Wir zeigen unser Leben auf Instagram – oder genauer gesagt eine Version davon, die wir öffentlich zur Schau stellen wollen. Mehr als 95 Millionen Bilder und Videos werden jeden Tag auf Instagram hochgeladen, oft versehen mit Notizen und Hashtags. Was für ein Datenschatz!

Der Journalist Tin Fischer, der Software-Entwickler David Goldwich und der Grafikdesigner Ole Häntzschel haben jede Menge Instagram-Bilder automatisch ausgewertet und dabei vor allem die Hashtags untersucht. Das Ergebnis ist ein tiefer Einblick in das Leben und die Vorlieben der Instagram-Nutzer.

Am Montag werden zum Beispiel besonders häufig Bilder mit dem Hashtag #krank hochgeladen. Diese Erkenntnis nahmen die drei als Titel für ihr Buch, in dem sie jede Menge solcher Auswertung präsentieren: "Nach dem Wochenende bin ich erst mal #krank".

Wer mit seinem Job prahlt, wozu uns Fitnessgirl und Yogagirl auffordern, was uns die beliebtesten Jutebeutel sagen wollen und welche Körperteile wir am liebsten fotografieren, das und noch viel mehr beantworten die drei. Wir zeigen eine Auswahl aus dem Buch: