Drei Fragen und drei Antworten zum Köln-Besuch

Der Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat Berlin in einen Ausnahmezustand versetzt (bento). Jetzt ist Köln an der Reihe – dort eröffnet Erdogan am Samstag die neue Ditib-Zentralmoschee im Stadtteil Ehrenfeld.

Wie läuft der Erdogan-Besuch ab?

  • Nach seiner Ankunft in Köln trifft Erdogan zunächst einmal den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet zu einem Gespräch, anschließend wird er an der offiziellen Eröffnung der Zentralmoschee teilnehmen.
  • Der Besuch wird durch einen der größten Polizeieinsätze in der Kölner Geschichte abgesichert. Rund um die Moschee wurde durch die Stadt und die Polizei ein großer Sicherheitsbereich festgelegt. Wie auch schon in Berlin sind in Köln mehrere Tausend Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. 

Gibt es Gegendemonstrationen?

Im Vorfeld wurden mehrere Kundgebungen angekündigt. Bei einer der größten Kundgebungen haben sich zunächst deutlich weniger Menschen versammelt als vorher vermutet. Statt der erwarteten 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen bis zum Mittag nach Schätzungen der Deutschen Presse-Agentur rund 1.000 Menschen zusammen, die Kölner Polizei hält sich bisher mit Informationen zu den Zahlen zurück. 

Wie sind die Reaktionen auf den Besuch und die Eröffnung der Moschee?

  • Die parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker äußerte sich nicht zum Besuch Erdogans, betonte aber "stolz auf das großartige Gebäude der Zentralmoschee" zu sein. Sie wünsche sich, dass die Moschee "in Zukunft das Wahrzeichen für den Dialog zwischen den Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten und Kulturen wird".
  • Der Staatsbesuch habe gezeigt, "dass die wechselseitigen Missverständnisse noch größer als gedacht sind", sagt CDU-Politiker Norbert Röttgen
  • Parteikollege und Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus kritisierte dagegen Ditib: "Es ist kein gutes Signal, wenn Ditib offenbar wenig Anstrengungen unternommen oder gar Bereitschaft gezeigt hat, die nordrhein-westfälische Landesregierung, die Oberbürgermeisterin von Köln oder selbst den Bezirksbürgermeister einzubeziehen."

Kritik gibt es auch von der anderen Seite.

Am Freitag sagten Kölner Behörden eine vor der Moschee geplante Veranstaltung ab, weil der Moscheebetreiber Ditib kein angemessenes Sicherheitskonzept für die erwarteten Menschenmassen vorgestellt habe. "Das Ganze ist unschön, wo auf der anderen Seite die Türkei ständig wegen Beschneidung der Versammlungsfreiheit und anderem kritisiert wird", kommentierte der AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroglu die Absage.

Mit Material von dpa


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So bunt und kreativ protestierten Tausende in Hamburg gegen Rassismus
Wir zeigen die besten Plakate.

United against Racism – "Gemeinsam gegen Rassismus". Unter diesem Motto gehen am Samstag Tausende Menschen in Hamburg auf die Straßen.

Zur Demonstration aufgerufen hatte ein Bündnis von mehr als 450 Gruppen, darunter Initiativen wie "Sea-Watch" oder "Laut gegen Nazis". Die Demonstrierenden fordern unter anderem, dass Hamburg zu einem sicheren Hafen für geflüchtete und gerettete Menschen erklärt wird.

Allein zum Auftakt versammelten sich rund 9.000 Menschen, insgesamt werden bis zu 25.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet.

Start der Demo war der Rathausmarkt in Hamburg: