Drei Fragen und Antworten

Ein Plakat in einer Buchhandlung in Köln wird gerade im Netz heftig kritisiert und ist inzwischen auch ein Fall für die Polizei.

Worum geht´s?

Im Schaufenster der Marienbuchhandlung in der Kölner Pipinstraße hängt ein großes Plakat mit der Aufschrift "Abtreiben macht frei". Der Satz und die Gestaltung des Plakats erinnern an den Schriftzug "Arbeit macht frei". (SPIEGEL ONLINE)

Der hing über dem Tor des früheren Vernichtungslagers der Nazis in Auschwitz-Birkenau.

"Abtreiben macht frei" stand im Schaufenster der Marienbuchhandlung Pippinstr. 2018.

Posted by Rheinisches antifaschistisches Bündnis gegen Antisemitismus on Monday, September 17, 2018

Das "Rheinische antifaschistische Bündnis gegen Antisemitismus" teilte ein Foto des Schaufensters auf ihrer Facebook-Seite und bezeichnete die Werbung als Holocaustrelativierung. Außerdem zeigte sie die Sache bei der Polizei an.

Die Polizei fahndet momentan auch nach einem oder mehreren Tätern, die die Schaufensterscheibe der Buchhandlung eingeworfen haben. Die Kriminialpolizei untersucht, ob die Tat etwas mit dem Plakat zu tun hat.

Wer steckt hinter dem Plakat?

Die Werbung ist dem antifaschistischen Bündnis bereits in München am Rande einer "Demo-für-alle"-Kundgebung aufgefallen. Ein Mitglied der Priesterbruderschaft St. Petrus soll einen Flyer mit dem Motiv verteilt haben.  

Die Initiative „Demo für alle” spricht sich unter anderem gegen gleichgeschlechtliche Ehen aus und kritisiert den "Gender-Wahnsinn".

Hinter der Seite Kindermord.org, die auf dem Plakat steht, stecken laut Kölner Stadt-Anzeiger militante Abtreibungsgegner. Sie sprechen auf ihrer Website von "hunderttausenden vor der Geburt ermordeten Kindern". 

Wie geht es jetzt weiter?

Nachdem Anzeige erstattet wurde, kümmert sich jetzt die Staatsanwaltschaft um den Fall. Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn will die Sache prüfen. Vor Ende kommender Woche werde es kein Ergebnis geben, teilte er mit. In Betracht komme vor allem der Straftatbestand Verharmlosung des Holocaust.

Mit Material von dpa


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