Bild: Quelle: Constantin Film

Spoiler-Warnstufe grün

In diesem Beitrag verraten wir ein bisschen was über die Serie, das Spiel oder den Film — aber eigentlich nichts, was dir den Spaß verderben könnte.

Ich erinnere mich noch genau, wie Fack ju Göhte 2013 wochenlang Thema war – im Bus, auf dem Pausenhof und beim Abendessen. Fast alle meine Freunde sahen sich die ausgeflippte Schul-Komödie im Kino an – einige sogar mehrmals.

"Kanack mich nicht an hier", "Ey, wie soll ich die zum Lesen bringen? Die sind geisteskrank." oder "Chantal, heul leise!" Für Wochen waren diese Sprüche Kult auf dem Schulhof. Das kann man ohne Zweifel so sagen.

Die Mädchen schwärmten für Elyas M'Barek, hängten sich ihn oberkörperfrei als Poster ins Zimmer. Für sie ein Traumlehrer. Dieser Typ, der Schüler, die zu spät kommen, auch mal mit Paintball-Kugeln beschießt.

Wer schreibt hier?

Moritz Baumann ist 19 Jahre alt und hat im Sommer 2017 Abitur gemacht. Vor vier Jahren wartete er schon Wochen vorher gespannt auf den ersten Teil der verrückten Schul-Komödie mit Elyas M'Barek. 

Und auch viele meiner Lehrer lachten über die Seitenhiebe auf das Schulsysten, Humboldtsche Bildungsideale und völlig verzweifelte Pädagogen. Nachdem der Film in den Kinos lief, verglichen auch sie den täglichen Schulwahnsinn immer wieder mit der Chaosklasse vom Goethe-Gymnasium. 

(Bild: Quelle: Constantin Film)

Schon die Handlung vom zweiten Teil ließ mich zweifeln. Wer zum Teufel fährt denn mit seiner ganzen Klasse nach Thailand? Meine Hoffnung: Teil drei muss wieder die Chaoserzählung werden, die es mal war. Mein Fazit: 118 Minuten unrealistische Blödelei, mit nur vereinzelt coolen Sprüchen.

Das Gefühl, noch wochenlang später darüber lachen zu können, hatte ich dieses Mal nicht. 
(Bild: Quelle: Constantin Film)

Der Goethe-Gesamtschule droht die Schließung. Zeki Müller (Elyas M’Barek) und seine Kollegen können das nur verhindern, indem sie Auflagen erfüllen. Ein musisches Stipendium bekommen, eine Auszeichnung für die Schülerzeitung "Klassenfurz" und eine viral gehende Anti-Mobbing-Kampagne. 

Und wie soll die Chaosklasse rund um Chantal (Jella Haase) und Danger (Max von der Groben) nur den Leistungstest bestehen, wo sie doch nur Party, Alkohol und Streiche im Kopf haben? Der Besuch im Berufsinformationszentrum macht alles nur noch schlimmer – jede Menge Arbeit also für Aushilfslehrer Zeki Müller.

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Ich vermisse kleine Gags inklusive Paintball-Kugeln und Graffitis. Jetzt wirkt alles nur noch krampfhaft übertrieben.  Das ganze Schulhaus muss geflutet werden und Zeki Müller stürmt im Crack-Drogenrausch durch die Aula. Wir haben in der Schule vielleicht gerade mal Stecknadeln auf dem Lehrerstuhl gelegt oder Müller-Milch ins Schulaquarium gekippt.

Und als Chantal Cybersex hat, meinen die Autoren das Publikum mit solchen Sprüchen zum Lachen bringen zu können: "Ich hab keinen Bock, dass meine Muschi jede Woche unter Strom steht?"

Beim ersten Teil ging es wirklich darum, sich über den Schulalltag lustig zu machen – subtil und mit Herz. Ich konnte mich gut mit den Schülern der 10c, für die Grammatik ein absolutes Fremdwort war und die auf Bildungsromane wie Goethes Faust so gar keinen Bock haben, identifizieren. 

Und wenn der eigene Mathelehrer die Klasse wieder mit unzähligen Formeln bombardierte, wünschte ich mir auch lieber einen maximal demotivierten, Werbebroschüren lesenden Elyas M'Barek an der Tafel. 

Nach Teil 3 weiß ich den eigenen Schulalltag wieder zu schätzen.

Was ich dem Film nicht abnehme: die konstruiert, ernsten Momente, in denen Zeki Müller noch mal erklärt, warum Cybermobbing so schlimm ist, wenn es im nächsten Moment wieder um Virtual-Reality-Sex geht. Dann gucke ich doch lieber eine N24-Reportage. 

Der Höhepunkt der Absurdität: eine Gruppe versucht in einem Wohnmobil bei Kerzenschein Suizid zu begehen. Eine der vielen Szenen, die man sich hätte sparen können.

Wo waren noch mehr Momente wie diese?

Schulleiterin Gerster streitet sich mit dem pingeligen Kontrolleur des Ministeriums. Der überforderte Zeki Müller bewältigt das Unterrichtschaos und gönnt sich anschließend auf dem Schulklo eine Kippe. Oder Danger, der ein Kunstexponat mit einer Toilette verwechselt. 

Zum Glück haben Chantal, Danger und Co. ihr Abitur jetzt geschafft. Ein vierter Teil bleibt uns somit erspart.


Today

Jemand im Bundestag wollte die Wikipedia-Seite eines AfD-Politikers frisieren

Die AfD sitzt seit Dienstag im Bundestag. Und damit geraten ihre Abgeordneten mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. 

Nun hat jemand versucht, den Wikipedia-Eintrag eines AfD-Abgeordneten zu schönen – aus dem Netz des Bundestags heraus.

Es geht zunächst um den 77-jährigen Wilhelm von Gottberg. Er gilt als Holocaust-Leugner. Und genau das wollte jemand nicht in einem Wikipedia-Eintrag veröffentlicht sehen.