Und sie haben nicht über Twitter geredet.

US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch den Reality-TV-Star Kim Kardashian im Weißen Haus begrüßt. Statt um Selfies, Twitter oder Kanye West ging es um ein ernstes Anliegen Kardashians: Sie setzte sich bei Trump für die Begnadigung einer Gefängnisinsassin und für eine Gefängnisreform in den Vereinigten Staaten ein.  (SPIEGEL ONLINE)

Der US-Präsident postete ein Foto von Kardashian und sich im Oval Office auf Twitter: 

Der Hintergrund zu Kim Kardashians Besuch beim US-Präsidenten war ein konkreter Fall: Alice Marie Johnson sitzt wegen Drogendelikten seit 1996 im Gefängnis. Sie soll unter anderem als Telefonvermittlerin im Drogenhandel agiert haben, das Urteil lautete lebenslange Haft. 

Hier kommt Kim Kardashian am Sicherheitseingang des Weißen Hauses an. (Bild: dpa / Pablo Martinez Monsivais)

Kardashian setzte sich nun bei Trump dafür ein, dass die 63-jährige Johnson begnadigt wird und vorzeitig das Gefängnis verlassen darf. Bereits in der Amtszeit von Barack Obama sollte Johnson entlassen werden, angeblich habe das Weiße Haus dies aus Fristgründen nicht geschafft.

Mittwochfrüh war bekannt geworden, dass Kardashian den US-Präsidenten in Washington besucht. Eigentlich ist die 37-Jährige bekennende Demokratin. (Süddeutsche Zeitung)

Der Besuch im Weißen Haus soll monatelang geplant gewesen sein: Kardashian soll sich mit ihrem Anliegen an Trumps Tochter Ivanka gewandt haben. Ivanka ist mit Jared Kushner verheiratet, der organisieren soll, dass der amerikanische Strafvollzug reformiert wird. 

Wo liegt das Problem mit dem amerikanischen Strafvollzugssystem?

Die USA haben die größte Gefängnispopulation der Welt. Das heißt, nirgendwo sitzen mehr Menschen im Knast. (Statista)

Der Strafvollzug in den USA ist sehr strikt, auch kleine Delikte werden hart bestraft. Vor allem Mitglieder von Minderheiten und Menschen mit wenig Einkommen, die zum Beispiel kleine Geldstrafen nicht zahlen können, können für geringe Vergehen jahrelang im Gefängnis bleiben. 

Hinzu kommt, dass die Justizvollzugsanstalten in den USA häufig nicht staatlich sondern privat betrieben sind und mit den Insassen Profit machen. Selbst Erzkonservative in den USA sind deshalb für eine Gefängnisreform.

Die mediale Aufmerksamkeit war Donald Trump und Kim Kardashian garantiert.

Wie wirksam Kardashians Besuch im Weißen Haus war, wird sich zeigen, falls die Gefängnisreform kommt.  


Retro

Woher kommen eigentlich Wörter wie töricht, verhohnepipeln oder bumsen?
15 alte Begriffe, die wir viel selten benutzen.

Obacht: Sprache verändert sich. Mit jeder neuen Generation entwickeln sich neue Wörter. Die finden dann ihren Weg in Kunst und Geschichte, werden eine Weile benutzt – und kommen irgendwann aus der Mode. 

Stolpert man dann heute über "Hallodri", "Schuft" oder "groovy", fühlen die Begriffe sich irgendwie aus der Zeit gefallen und ungewöhnlich an. Aber gerade, weil sie so obskur klingen, kann man nicht leugnen: Ein bisschen funky, das sind sie ja schon. 

Wir haben deshalb schnurstracks in den Almanach gelugt und mal ein paar Retro-Begriffe gesammelt. Und geklärt: Wo kommen sie eigentlich her? Und was haben sie ursprünglich mal bedeutet?