Bild: dpa/J. L. Cereijido
"Billionaire Boys Club" spielte bei der US-Premiere bloß 126 Dollar ein.

Der Kinofilm "Billionaire Boys Club" hat US-Medienberichten zufolge eine rekordverdächtig schlechte Premiere gefeiert: Am ersten Tag spielte er nur 126 Dollar ein, wie das Branchenblatt "Hollywood Reporter" berichtete. Das liegt vor allem an einem der Darsteller: Kevin Spacey.

"Billionaire Boys Club" war der letzte Film, den Kevin Spacey vor Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe abdrehte. 

Im vergangenen Herbst wurde bekannt, dass mehrere Männer dem Schauspieler vorwerfen, sie sexuell belästigt zu haben. Spacey - einst preisgekrönter Hollywood-Liebling - verschwand daraufhin aus der Öffentlichkeit. Aus dem Film "All the Money in the World" wurde Spacey kurzerhand herausgeschnitten, seine Szenen wurden mit einem neuen Schauspieler - Christopher Plummer - nachgedreht. Auch der Streamingdienst Netflix kündigte an, in der kommenden Staffel der populären TV-Serie "House of Cards" auf den bisherigen Hauptdarsteller Spacey zu verzichten.

Man hoffte, dass die Vorwürfe die Veröffentlichung des Films nicht negativ beeinflussen.

Die Filmvertriebsfirma Vertical Entertainment hatte im Juni mitgeteilt, "Billionaire Boys Club" in Kinos zu zeigen, da Spacey nur eine "kleine Nebenrolle" übernommen habe. Man hoffe, dass die erschütternden Vorwürfe gegen das Verhalten einer Person - die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten öffentlich nicht bekannt gewesen seien - die Veröffentlichung des Films nicht negativ beeinflusse. Neben Spacey spielen in dem Film unter anderem Taron Egerton, Ansel Elgort und Emma Roberts mit.

"Billionaire Boys Club" nur in acht oder zehn Kinos gezeigt.

Bereits im vergangenen Monat wurde "Billionaire Boys Club" als sogenanntes Video on demand veröffentlicht. Am Wochenende wurde der Film nun laut "Hollywood Reporter" in nur acht US-Kinos gezeigt, in anderen Medienberichten ist von zehn Kinos die Rede. Nach den 126 Dollar am Freitag habe der Film am zweiten Tag 162 Dollar eingespielt. Das steht in starkem Kontrast zu Spaceys bisherigen Erfolgen. Im Jahr 2017 erzielte beispielsweise "Baby Driver" am Eröffnungswochenende in den USA umgerechnet knapp 18 Millionen Euro.

Dieser Text ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


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