Die Diskussion um die homophoben Äußerungen des Komikers gehen weiter

Seine Entschuldigung ist nicht genug: Kevin Hart, US-amerikanischer Komiker und Schauspieler, sollte eigentlich die Oscar-Verleihungen Ende Februar moderieren. Sobald diese News jedoch Anfang Dezember verkündet wurden, gab es viel Kritik, da sich der 39-jährige in der Vergangenheit auf Twitter homophobisch geäußert hatte. 

Letztlich sagte Hart die Moderation ab: Zwar hatte er sich für die Tweets bereits entschuldigt, dennoch wolle er nicht, dass von den vielen großartigen Künstlern abgelenkt würde. 

Bei Ellen DeGeneres äußerte er sich daraufhin erstmals zu den Tweets und dem Aus bei den Oscar-Verleihungen (bento). 

"Ich habe mich dafür entschuldigt, es ist zehn Jahre alt. Wenn ich jetzt nochmal reagiere, hätte ich nur Benzin ins Feuer geschüttet", sagte Kevin Hart gegenüber der homosexuellen Moderatorin, die sogar bei der Oscar-Academy anrief, um zu bewirken, dass Hart die Verleihungen doch noch moderieren könne. 

Der CNN-Journalist Don Lemon, der, wie er stolz betont, selbst zur LGBT- und Black-Community gehört, sieht das jedoch anders. 

Kevin Harts Entschuldigung reicht ihm nicht aus, wie er in seiner Show "Friday" erklärt: "Sich zu entschuldigen und weiterzumachen macht die Welt nicht zu einem besseren Ort für Menschen, die homosexuell oder transgender sind – ein Verbündeter zu sein, hingegen schon."

Lemon erwähnt außerdem die News-Website "Vulture", die eine Untersuchung durchgeführt hat, in der sie nach einer Entschuldigung von Kevin Hart suchten – aber nicht fanden. Hart hätte somit seine damaligen homophoben Äußerungen zwar thematisiert, aber niemals gesagt: "Es tut mir leid"

Um auf das aus seiner Sicht eigentliche Problem aufmerksam zu machen, nennt Don Lemon erschreckende Zahlen.

Somit seien 44 Prozent der odachlosen, homosexuellen Jugendlichen schwarz. Unter den jungen obdachlosen Transgender seien es sogar 62 Prozent. Er kritisiert außerdem, dass Ellen DeGeneres nicht stellvertretend für die schwarze LGBT-Community spreche und dass genau diese Problematik thematisiert werden müsse: "Sie [die junge Black-Community] müssen wissen, dass sie Wert haben und dass es okay ist, so zu sein wie sie sind." 

Und an Kevin Hart gerichtet schließt Don Lemon ab: "Dies ist deine Chance, das Richtige tu tun. Meinungen zu ändern und möglicherweise Leben zu retten."


Sport

Frauen werden stärker, Männer werden Lauch: Was eine neue Studie über die Kraft von Millennials sagt

Früher war alles besser, schon immer. Früher haben Männer noch Bäume per Handkantenschlag gefällt oder Diesellokomotiven einarmig aufs Gleis gehoben. Und heute? Heute müssen das die Frauen erledigen. 

So oder so ähnlich suggeriert es eine neue Studie, die im "Journal of Hand Therapy" veröffentlicht wurde. Untersucht wurde die Greifkraft von Männern und Frauen.

Das Ergebnis beim Kräftevergleich: Junge Männer schneiden deutlich schlechter ab als ihre Väter, junge Frauen werden hingegen stärker.

Gemessen wurde die Greifkraft – also wie stark man mit der Hand zupacken konnte – mit einem Dynamometer. Insgesamt 237 gesunden Frauen und Männer im Alter von 20 bis 34 Jahren mussten fest zugreifen. Die Ergebnisse wurden dann mit Daten aus dem Jahr 1985 verglichen. 

Die Ergebnisse:

  • Bei Männern ist die Greifkraft im Vergleich zu ihrer Väter-Generationen um 20 Prozent gesunken.
  • Die Griffstärke des heutigen Mannes lag bei 49 Kilogramm, 1985 lag der Durchschnitt bei 58,5 Kilogramm. 
  • Tendenz weiter fallend: Die Gruppe zwischen 30 und 34 Jahren schnitt besser ab als die Gruppe zwischen 25 und 29 Jahren.
  • Bei den Frauen ist die Greifkraft im Vergleich zur Mütter-Generation hingegen gleich geblieben oder leicht gestiegen.
  • Im Schnitt erreichen Frauen eine Greifstärke von 37,5 Kilogramm – genauso viel wie Frauen aus dem Jahr 1985. 
  • Frauen zwischen 30 und 34 greifen aber sogar etwas stärker zu als die ältere Vergleichsgruppe.

Ist das sauber?

Ja und nein. Der Großteil der getesteten Millennials waren Studierende aus North Carolina. Das ist wenig repräsentativ, ob Männer in Russland ähnlich lauchig zugreifen oder Frauen in Deutschland vielleicht noch mal kräftiger anpacken, verrät die Studie also nicht.

Allerdings gibt es ähnliche Forschungen, die sagen, dass Kinder heute nicht mehr so sportlich sind wie früher. Ihre Fitness nimmt ab, ihre Kraft also auch.

Woran liegt das veränderte Kräfteverhältnis?

An unserer veränderten Arbeitswelt. Früher saßen Frauen – wenn überhaupt – als Sekretärinnen hinterm Schreibtisch. Für Männer gab es mehr anpackende Jobs, in der Industrie oder am Fließband.

Heute hingegen gibt es immer weniger Jobs mit körperlichem Einsatz, vieles ist automatisiert. Gleichzeitig bekommen Frauen immer mehr Zugänge in ehemalige "Männer-Berufe": Während Sie also nun auch ins All fliegen darf, besteht für Ihn vielleicht die größte Kraftanstrengung des Tages darin, die Tastatur hochzuheben, weil Kaffee drüber gelaufen ist.