Was der gefeuerte Oscar-Moderator bei Ellen DeGeneres zu sagen hat

Der US-Komiker Kevin Hart sollte Ende Februar die Oscar-Verleihung moderieren. Doch dann kam alles anders. Kaum war der Job Anfang Dezember bekannt geworden, holten Kritiker alte Tweets von Kevin Hart hervor. In denen hatte sich der Schauspieler homophob geäußert.

Auch wenn sich Kevin Hart längst für die Tweets entschuldigt hatte – der Ärger über die Sprüche kam erneut hoch. Am Ende trat er von der Oscar-Moderation zurück, damit die Anschuldigungen nicht den Abend überschatten. 

Nun hat Kevin Hart im Interview mit Ellen DeGeneres erstmals über die Tweets und sein Aus bei der Oscar-Verleihung gesprochen – und darüber, wie es sich anfühlt, wenn man alte Sünden aus dem Netz nicht loswird.

Um welche Tweets geht es?

Um mehrere schwulenfeindliche Tweets und Witze aus den Jahren 2009 bis 2011. In einem Tweet schrieb Hart sinngemäß, wenn sein Sohn mit dem Puppenhaus seiner Schwester spielen wolle, würde er das Haus nehmen, es dem Kind auf dem Kopf zerschlagen und sagen: "Stopp, das ist schwul." (Welt)

Kevin Hart sagt jetzt, dass er sich seiner Schuld sehr wohl bewusst sei und bereue, damals diese Worte veröffentlicht zu haben. Er habe sich aber schon vor langer Zeit entschuldigt und wollte nun nicht mehr auf die "Trolle" eingehen:

Ich habe mich dafür entschuldigt, es ist zehn Jahre alt. Wenn ich jetzt nochmal reagiere, hätte ich nur Benzin ins Feuer geschüttet.

Es sei dennoch passiert. Und er habe nichts dagegen tun können – auch wenn er das Gefühl hatte, längst ein reiferer und besser Mann geworden zu sein. 

Ich habe verstanden, warum Menschen traurig waren. Ich mache solche Witze heute nicht mehr, denn es war falsch.

Von den Oscars trat er trotzdem zurück – weil er Angst hatte, dass es nicht mehr um eine fröhliche Veranstaltung geht, sondern "um etwas anderes". 

Über die Vorwürfe sagt er: "Das war kein Unfall, sondern ein Angriff. Es war kein Zufall, dass einen Tag, nachdem ich den Job bekommen habe, diese Tweets von 2008 auftauchten. (...) Ich habe über 40.000 Tweets. Sich durch 40.000 Tweets bis ins Jahr 2008 zu arbeiten – das ist ein Angriff. Ein Angriff auf meinen Charakter, um meine Karriere zu beenden."

Die Tragik, die Kevin Hart in all der Debatte um seine Person sah: Das Netz verzeiht nicht. 

Dabei sei es wichtig, Fehler zu machen und daraus zu lernen:

Du kannst nicht als Person reifen, wenn du keine Fehler machst.

Hier ist der fast sechsminütige Monolog von Kevin Hart:

Wer die Oscars seiner statt modiert, ist noch unklar. Ellen DeGeneres will aber Kevin Hart erneut ins Spiel bringen. Die Moderation, die in einer Beziehung mit einer Frau lebt, verteidigt Hart in ihrer Show. Seine Entschuldigung sei authentisch, er selbst sei gereift. "Ich habe heute die Academy angerufen, denn ich möchte wirklich, dass du die Oscars moderierst", sagte sie zu Hart in ihrer Sendung. Die Academy, die die Verleihung ausrichtet, habe angeblich positiv geantwortet: "Wir wollen auch, dass er moderiert." 

Einige Nutzerinnen und Nutzer kritisieren DeGeneres für ihre Haltung – viele stimmen ihr aber auch zu. Zu vergeben sei wichtig, schreiben sie.

Ob der Schauspieler nun doch wieder die Oscars moderiert, wird sich zeigen. 

Aber Ellen DeGeneres gab ihm in Bezug auf die Trolle im Netz einen Rat mit auf dem Weg:

Wenn du es nicht machst, haben sie gewonnen.

Future

Das deutsche Abitur ist der neue Hauptschulabschluss
Was ich als Schweizerin vom deutschen Schulsystem halte.

Wer sich heute mit einem Hauptschulabschluss bewirbt, muss sich wohl auf jede Menge Absagen einstellen. Doch ist das mit dem Abitur nicht schon dasselbe? Die Zahl der Abiturienten in Deutschland steigt stetig an, und damit auch die Bewerberzahl auf begehrte Studienplätze. Berufsausbilder suchen hingegen händeringend nach Azubis. In der Schweiz hat die Ausbildung einen anderen Stellenwert. Welchen, siehst du oben im Video