Bild: youtube/screenshot
Was für ein Werbe-Fail!

Die USA haben ein Problem mit rassistischer Polizeigewalt. Und nun hat Pepsi die Lösung: Menschen, die gegen rassistische Polizisten demonstrieren, können ganz leicht mit diesen Polizisten versöhnt werden. Alles was es dazu braucht sind ein weißes Model und genügend gekühlte Pepsi-Dosen! 

Das scheint die Getränkemarke mit ihrer neuen Werbung sagen zu wollen. Das Model Kendall Jenner spielt darin die Heldin, die bei einer Straßendemonstration mitmacht. Und dann alle Seiten mit Dosenbrause versöhnt: 

Der zweiminütige Spot ist teil der neuen "Live for Now"-Kampagne von Pepsi. In einer Pressemitteilung erzählen sie, worum es geht: Sie wollen "Jump In"-Momente zeigen – "Momente in denen wir beschließen loszulassen, unserer Leidenschaft zu folgen und nichts uns zurückhalten kann". 

Kendall Jenner sei die perfekte Person, um diesen Spirit zu verkörpern. Der Clip soll die "Wirklichkeit unserer Generation" zeigen und auch, was "living for Now" bedeutet. 

Das ging gehörig schief. 

Denn wofür all die jungen und gut aussehenden Menschen demonstrieren, wird nicht klar. Auf den Plakaten steht unkonkret "Join the conversation", dazu das Peace-Zeichen. Passend dazu der Song "Lions" von Bob Marleys Enkel Skip Marley. 

(Bild: youtube/screenshot)

Die Szenerie könnte auch ein hippes Festival sein – wären da nicht die Polizisten, die plötzlich den "Demonstranten" gegenüberstehen. Wie gut, dass Jenner da den Geistesblitz mit der Pepsi hat.

Pepsi und Jenner erhalten für ihre Werbeaktion prompt einen Shitstorm. 

"Schlechter Start für die "Black-Soda-Matters-Bewegung" heißt es in Anspielung auf die "Black-Lives-Matter"-Bewegung zynisch auf Twitter. Die Bewegung setzt sich seit 2012 für die Rechte von Schwarzen ein. 

Andere lassen direkt Memes folgen:
1/12

Hinter der Werbeszene steckt ein Bild, das schon den World Press Award gewonnen hat. Es ist das ikonische Pressefoto der Krankenschwester Ieshia Evans, die sich bei einer Demonstration in Baton Rouge bewaffneten Polizisten entgegenstellte:

In Pepsis Werbe-Variante geht nun die weiße Jenner auf den gutaussehenden Beamten zu – und drückt ihm eine Pepsi-Dose in die Hand. Er öffnet sie – und die Probleme der Welt sind beseitig. Jubelschreie, glückliche Menschen, Party. 

Dass sich eine Getränkefirma der Relevanz und Aufmerksamkeit dieser Bewegung bedient, um ihre Zielgruppe zu erreichen, kam insgesamt nicht gut an. 

Da brachte es auch nichts, den Spot am 4. April herauszubringen – am Todestag des berühmten schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King.


Queer

Patricia, 90, war 40 Jahre verheiratet – jetzt hat sie sich als Transgender geoutet

"Ich bin Patricia Davis, ich bin 90 Jahre alt. (...) Und ich wusste, seit ich drei Jahre alt war, dass ich im falschen Körper stecke."

So beginnt ein bewegendes Video, das gerade zehntausendfach angesehen wird. Denn die 90-jährige Patricia hat sich vor Kurzem öffentlich als Transgender geoutet.