Mehrere Aktivisten haben am Mittwochnachmittag im Berliner Stadtteil Neukölln kurzzeitig ein leerstehendes Postgebäude besetzt, um auf die schlechte Versorgung von Flüchtlingen aufmerksam zu machen.

Die Polizei beendete die Besetzung nach eigenen Angaben am Abend. Laut einem Polizeisprecher ließen sich die Aktivisten aus dem Gebäude führen, ohne Widerstand zu leisten. Die Identitäten der Besetzer seien festgestellt worden, es habe aber wohl keine Festnahmen gegeben.

Vor dem Gebäude demonstrierten nach Angaben der Aktivisten rund 40 Menschen gegen den Polizeieinsatz.

Die Aktivisten forderten, das Gebäude unter anderem als Unterkunft für Flüchtlinge zu nutzen. Die Besetzer gehören zu der Initiative "Social Center 4 All", die schon im Oktober in der Englischen Straße in Berlin ein Gebäude besetzt hatten. Damals räumte die Polizei das Gebäude ebenfalls innerhalb eines Tages.

Ein Sprecher der Gruppe sagte uns während der Besetzung telefonisch:

"Das Gebäude ist sehr groß und steht seit mindestens zehn Jahren leer. Das ist natürlich in diesen Zeiten nicht hinzunehmen. Auf der einen Seite wissen wir nicht, wohin mit den Geflüchteten, auf der anderen Seite stehen so große Immobilien leer.

Die Initiative hat einen Zwischennutzungsplan ausgearbeitet. Wir möchten, dass das Haus zu einem politischen Zentrum wird, vor allem auch für Geflüchteten-Intiativen. Die haben seit der Räumung der Schule in der Ohlauer Straße keinen richtigen Ort mehr, um sich zu treffen.

Außerdem wollen wir hier eine Notübernachtung einrichten, weil immer noch, gerade vor der Lageso, sehr viele Menschen jeden Abend auf der Straße schlafen müssen."

Der Berliner SPD-Abgeordnete Tom Schreiber schrieb:

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