Bild: Mark Ralston/Afp/Getty Images

Donald Trumps Kampf gegen den Klimaschutz hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Am Dienstag machte er per Dekret Obamas Vorhaben zunichte, den Ausstoß von Kohlendioxidausstoß von Kraftwerken bis 2030 deutlich zu senken. Statt dessen soll der Kohlebranche auch noch zu mehr Aufschwung verholfen werden (bento).

Warum ist das wichtig?

Eigentlich hatten sich die USA im Rahmen des Pariser Klimaabkommens dazu verpflichtet, bis 2030 rund 30 Prozent ihrer Treibhausgase bezogen auf 2005 zu reduzieren. Dieses Ziel scheint mit Trumps Vorhaben nun unerreichbar zu sein.

Unter Barack Obamas Führung hatten die USA ihren Ausstoß seit 2005 noch kontinuierlich reduziert. Mit einem weltweiten Treibhausgasanteil von 15 Prozent liegen sie trotzdem immer noch an Platz Zwei der Klimasünder (statista.com).

Ist das Pariser Abkommen hinfällig?

Ein gutes Zeichen an andere Länder ist das Verhalten der USA natürlich nicht, trotzdem ist sich Professor Mojib Latif vom Helmholtz-Institut für Klimaforschung sicher, dass andere Länder den Kampf den Klimawandel weiter vorantreiben werden.

"Die anderen Länder – insbesondere ja auch China – haben ja schon vor Monaten erklärt, dass sie im Falle eines Wahlsieges von Trump an dem Abkommen festhalten werden. Das zeigt, dass es hier eine gewisse Dynamik gibt, die wird man nicht mehr aufhalten können", sagte er im ZDF-Morgenmagazin (ZDF). China ist weltweit der größte Klimasünder.

Was tun Vorreiter-Länder in Sachen Klimaschutz?

Der Klimaschutz-Index der Organisation Germanwatch listet die Spitzenreiter auf. Der Index orientiert sich an den Zielen des Pariser Klimaabkommens von 2015.

  • Auf Platz 1 bis 3: niemand. Weil bisher kein Land genug getan hat, um den Klimawandel abzuwenden.
  • In den Rängen danach stehen unter anderem Frankreich, Schweden und Großbritannien. Allerdings sind auch Marokko und Zypern weit vorn – sie bemühen sich vor allem, ihre Schadstoff-Emissionen zu verringern.
  • Deutschland liegt abgeschlagen auf Platz 29, noch hinter Ländern wie Mexiko, Indien und Ägypten. Der Index bewertet die Klimapolitik von Deutschland als "mäßig".
(Bild: Germanwatch )
Kann Trump überhaupt den Klimaschutz im eigenen Land stoppen?

Latif glaubt, nein. Denn erneuerbare Energien sind auch in den USA auf den Vormarsch. Wenn Trump jetzt auf Kohle als Antreiber für mehr wirtschaftlichen Erfolg setze, könne das ein Trugschluss sein.

"In den USA ist der Zug in Richtung erneuerbare Energien auch schon losgefahren – insbesondere in Ländern wie Kalifornien wird auf jeden Fall versuchen, sich weiter an die Vorgaben von Obama zu halten, den Treibhausgasausstoß zu reduzieren."

Latif sei zuversichtlich, dass die USA weiter auf dem Kurs der Reduktion der Treibhausgase fortschreiten wird. Fatal fände er es, wenn die USA in der Arktis weiter nach Öl bohrten. Obama hatte das Vorgehen gestoppt.

Mehr zum Thema:


Today

Der Brexit hat begonnen. Und so lustig ist das

Großbritannien und die Europäische Union (EU) machen Schluss. Neun Monate nach dem Brexit-Referendum beginnt nun für Großbritannien der offizielle Austritt aus der EU.

Am Mittwoch hat die britische Premierministerin Theresa May den Brief mit dem Antrag nach Brüssel geschickt. Dort hat die EU den Empfang kurz darauf offiziell bestätigt (Europa.eu). Damit beginnt eine zweijährige Frist, in der beide Seiten die Brexit-Bedingungen aushandeln.