Bild: Christopher Katsarov/The Canadian Press/AP/dpa
In Montreal standen Menschen sieben Stunde in der Schlange.

Kanada ist seit Mittwoch das zweite Land weltweit, in dem Cannabis vollständig legalisiert wurde. Jeder erwachsene Staatsbürger darf dort Marihuana kaufen, besitzen, konsumieren – und sogar selbst anbauen. So war es bisher nur in Uruguay. Und schon nach zwei Tagen sind erste Folgen der Legalisierung spürbar: Das Gras wird knapp!

Was ist in Kanada nach der Legalisierung von Marihuana passiert?

Es gab einen Ansturm auf die Verkaufsstellen, sodass schon nach kurzer Zeit erste Produkte ausverkauft waren und es zu Lieferengpässen kam. Das passierte unter anderem in Quebec, Alberta, Prince Edward Island und auch an der Ostküste in Neufundland, so berichtet es ein WDR-Korrespondent der Tagesschau.

In Montreal berichten Menschen, sie hätten sieben Stunden vor einem Marihuana-Geschäft angestanden, um dann abgewiesen zu werden. Die Polizei hatte dafür gesorgt, dass die Menschenmenge sich zerstreut. Die kanadische Regierung berichtet, dass die Nachfrage weit über den Erwartungen liege. (MDR)

Kanada diskutiert nun einen Straferlass für Verurteilte.

Die Regierung plant nun laut Tagesschau ein weiteres Gesetz. Das Ziel: Menschen, die wegen Marihuana-Besitzes verurteilt worden sind, könnte soll eine schnellere Tilgung des Strafeintrages ermöglicht werden. Einer Studie nach könnte das für mehr als eine halbe Million Kanadier gelten. (Tagesschau)

Auch die kanadische Polizei stellt sich um. Und die Polizei in Kanada informiert:

Bitte ruft uns nicht, weil jemand Gras raucht. Menschen dürfen das jetzt!

Offenbar haben nicht alle Kanadier mitbekommen, dass der Konsum von Cannabis jetzt legal ist. Darum startete die Polizei auf Twitter eine Kampagne. Die Message: Kiffende Menschen sind kein Grund, die Polizei zu rufen –ebenso wie zum Beispiel aufgebrauchtes Datenvolumen.


Today

In Chemnitz wurde wieder ein ausländisches Restaurant angegriffen
Zwei Fragen und zwei Antworten zum Angriff auf das Restaurant

Chemnitz kommt auch Wochen nach den rechten Demonstrationen einfach nicht zur Ruhe. Nachdem am Abend des 27. August, dem zweiten Tag der Demonstrationen, das koschere Restaurant "Schalom" von etwa einem Dutzend schwarz gekleideter Vermummter angegriffen wurde, gab es wenige Zeit später einen Angriff auf ein persisches Restaurant. Am Donnerstag traf es ein türkisches Restaurant.

Was ist passiert?

  • In der Nacht zu Donnerstag sollen Unbekannte ein Feuer gelegt haben.
  • 17 Anwohnerinnen und Anwohner des angrenzenden Mehrfamilienhauses mussten vorübergehend ihre Wohnungen verlassen, Verletzte gab es jedoch keine.
  • Der entstandene Schaden wird auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt. (MDR)

Wie geht es weiter?

Wie die Polizei mitteilte, soll der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen haben, da ein fremdenfeindliches Motiv nicht auszuschließen sei. In Chemnitz kam es in den vergangenen Wochen mehrfach zu Angriffen auf ausländische Restaurants. Erst Anfang Oktober wurde der Inhaber eines persischen Lokals von Unbekannten angegriffen und verletzt

Sachsens Innenminister verurteilt die Tat.

Der Brandanschlag sei verabscheuungswürdig, sagte Roland Wöller. Er sei froh, dass keine Menschen zu Schaden gekommen seien. Es solle nun geprüft werden, ob Zusammenhänge in Bezug auf die Übergriffe und die Anschläge auf das jüdische Restaurant "Schalom" oder das persische Restaurant "Safran" bestehen könnten.


Mit Material von dpa