Bild: Twitter/dpa; Montage: bento
"Ein ganz normaler Tag im finnischen Wald"

In Kalifornien vernichten seit Tagen schwere Waldbrände ganze Ortschaften. Besonders betroffen ist der Ort Paradise im Norden des Bundesstaates. (bento)

Am Wochenende war US-Präsident Donald Trump zu Besuch in Paradise. Er empfahl den Menschen, im Wald einfach mit Laub zu fegen, damit sich die Feuer nicht verbreiten.

Wenn die Waldböden sauberer seien, wäre das alles nicht passiert, meinte Trump. 

Die lokale Feuerwehr widersprach ihm. Die extremen Winde des Klimawandels hätten mehr damit zu tun. Und außerdem gehört der Großteil der Wälder dem Bund, also wären Trumps Behörden fürs Laubfegen verantwortlich gewesen. Die Details zur Geschichte:

Aber wie kam Trump auf die Idee? 

Er berief sich auf den finnischen Präsidenten Sauli Niinisto, mit dem er ein Gespräch über Waldbrände hatte. Das stimmt tatsächlich – beide hatten sich vor einer Woche in Paris getroffen. Allerdings muss Trump das Gespräch anders in Erinnerung haben als Niinisto. Denn dieser behauptet nun, nie vom Laubsammeln erzählt zu haben. (AP)

Auch viele Finninnen und Finnen finden die Idee nun sehr amüsant – und machen sich auf Twitter entsprechend über Trump lustig.

Die witzigsten Antworten:

"Nur ein ganz normaler Tag im finnischen Wald"

"Wir harken nie unsere Wälder, nie"

"Parks harken wir, aber Wälder: nein. Hat Trump zu viel Rauch eingeatmet, und welchen Rauch? Übrigens haben wir hier die sauberste Luft, mit Abstand."

"Wir können hier nicht überall Maniküre betreiben"

"Ich würde Kalifornien und Finnland in Sachen Klima eher nicht vergleichen ... Und überhaupt, 80 Prozent unseres Landes bestehen aus Wald. Wir können hier nicht überall Maniküre betreiben."

"Was Leute in Finnland wirklich über Trump denken"

"Wovon redet dieser dumme Mensch?

Denkt der echt, wir rechen Laub in unseren Wäldern?

Er sollte lieber mal das Pariser Klimabkommen überdenken und sich den Fakten stellen."

"Ja, äh, nein"

"Ja, äh, nein. Ich lebe schon mein ganzes Leben in Finnland und habe nicht einmal gesehen oder gehört, dass jemand Laub recht oder die Wälder säubert. Wir sammeln Müll auf, das ist alles. Vielleicht haben wir einfach nicht die gleichen Probleme wie Kalifornien, wiel es hier kälter und feuchter ist."

"Als nächstes sind es sicher die Trolle"

"Ich bin in Finnland aufgewachsen. a) Es regnet das ganze Jahr. b) Wir haben lange, kalte Winter. c) Finnland ist dünn besiedelt mit etwa 5 Millionen Menschen bei drei Vierteln der Größe von Kalifornien und hat fast nur Wälder und Seen. d) Kein verdammter Niemand recht Laub in den Wäldern."

"Vielleicht sagt er als nächstes, dass die Waldtrolle den Boden fegen."

Vieles, was die Twitter-Nutzerinnen und -Nutzer Trump erklären, ist richtig. Er könnte es beherzigen.

Finnland hat viele private Waldgebiete, die Anwohner kümmern sich um die Ordnung. Außerdem gibt es in finnischen Wäldern viele Gewässer und Sumpfgebiete – die Wälder sind nicht so trocken wie in Kalifornien. 

Drei weitere Fakten:

  1. In Kalifornien sind Waldbrände ein natürliches Phänomen, so wie an anderen Orten Erdbeben oder Gewitter. Sie gehören dazu, um den Wald in Gleichgewicht zu halten. (bento)
  2. Was die Brände in den vergangenen Jahren hingegen immer schlimmer macht: der Klimawandel. Durch den wird nach Ansicht vieler Forscher das Wetter immer extremer, damit auch die Winde, die die Brände beschleunigen. 
  3. Außerdem bauen die Menschen in Kalifornien immer näher an die Waldgebiete heran. Es kommt in den jüngsten Jahren also auch deshalb zu mehr Katastrophen, weil nun überhaupt erst Anwesen da sind, die in Brand geraten können.

Haha

ARD kuscht vor AfD und zensiert "Polizeiruf 110" - so macht sich Twitter drüber lustig

Eines der liebsten Feindbilder der AfD sind – neben Flüchtlingen – die öffentlich-rechtlichen Medien. Die Rundfunkgebühren nennt die Partei "Zwangsgebühren", das Programm ist für sie "Propaganda". Dass bei ARD und ZDF unabhängige Journalisten sitzen – für die Rechtspopulisten ausgeschlossen.

Nach Ausstrahlung der jüngsten Folge "Polizeiruf 110" fühlte sich die AfD nun endgültig bestätigt.

  • Was war los? In einer Szene ist im Hintergrund für wenige Sekunden ein "FCK AFD"-Aufkleber zu sehen. Er klebt an einer Pinnwand neben anderen Aufklebern, die sich gegen Atomkraft und Nazis richten, im Büro der Ermittlerin Katrin König (Anneke Kim Sarnau).

Die Idee der Setdesigner war also: Der Zuschauer soll gleich erkennen, dass hier eine äußerst linke Polizistin ihren Dienst tut. In den Augen der AfD war das aber keine Kunstfreiheit – sondern, eben, "Propaganda". Auch die Junge Union beschwerte sich. Für einen staatlichen finanzierten Sender ginge das zu weit. (Neue Westfälische)

  • Was machte die ARD? Sie gab klein bei. Für die Version in der Mediathek wurde die Szene bereinigt, der AfD-Aufkleber wegretuschiert.

In der Erklärung der ARD heißt es dazu:

"Der NDR-Film 'Für Janina' aus der Reihe 'Polizeiruf 110' ist für eine weitere Ausstrahlung einer digitalen Bildbearbeitung unterzogen worden. In einigen sehr kurzen Sequenzen war unbeabsichtigt im Hintergrund ein kleiner Anti-AfD-Aufkleber zu sehen."

Die Geschichte könnte hier vorbei sein – wäre da nicht Twitter.

Viele Nutzer finden das Kleinbeigeben der ARD peinlich. Unter dem Hashtag ARDbearbeitungen treiben sie die Retuschearbeit daher auf die Spitze – und erfinden weitere Vorfälle, in denen die ARD nachträglich Filme und Serien veränderte.

Das sind die besten Tweets:

Bei nachrichtlicher Berichterstattung wird für ein feines Äußeres gesorgt: