Die Waldbrände, die derzeit in Kalifornien in den USA wüten, haben schon jetzt mehr Todesopfer gefordert als je ein anderer dort bevor. Mindestens 50 Menschen sind bisher bei den Bränden ums Leben gekommen. (SPIEGEL ONLINE

Diese Bilder erklären, wie gefährlich die Lage dort gerade ist.

Der Ort Paradise in Kalifornien ist dem Erdboden gleichgemacht.

(Bild: Hector Amezcua/Sacramento Bee via ZUMA Wire/dpa)

In Kalifornien sind vor allem zwei Großbrände extrem dramatisch, mindestens 50 Menschen sind bei den Bränden bisher ums Leben gekommen. 48 davon allein im Ort Paradise am Fuße der Sierra Nevada, wo das "Camp Fire" wütet. Die Toten wurden in verbrannten Häusern und Autos gefunden. Die Zahl der Todesopfer dürfte wegen der hohen Vermisstenzahl noch weiter steigen.

Im Süden Kaliforniens bei Malibu, nordwestlich von Los Angeles, wütet das "Woolsey Fire", hier sind die ganzen Promi-Villen, unter anderem die von Thomas Gottschalk, Gerard Butler und Miley Cyrus, die abgebrannt sind. In diesem Feuer starben bisher zwei Menschen, einige werden noch vermisst.

Die Waldbrände in Kalifornien haben sich rasant ausgebreitet: 

Auf diesem Satellitenbild sehen wir, wie die Waldbrände am 8. November aussahen. Die Flammen im Bild wurden mit Infrarot-Daten verstärkt.

(Bild: Nasa/dpa)

Wie kann das sein? 

Immer wieder kommt es zu Waldbränden in Kalifornien, was drei Hauptgründe hat:

  • Trockenheit bildet die Grundlage für das Feuer,
  • reichlich Vegetation den Nährboden für die Ausbreitung,
  • und starke Winde wirken im Herbst zusätzlich als Brandbeschleuniger. (SPIEGEL ONLINE)

Normalerweise beruhigt sich die Lage im Herbst, wenn es wieder häufiger regnet. In diesem Jahr hat es aber ungewöhnlich wenig geregnet.

US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag der Forstwirtschaft Kaliforniens auf Twitter Versäumnisse und Fehler beim Forstmanagement vorgeworfen und mit dem Entzug von Bundesmitteln gedroht. "Es gibt keinen Grund für diese massiven, tödlichen und teuren Feuer in Kalifornien außer dem schlechten Forstmanagement."

Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown wies diese Darstellung allerdings vehement zurück. Er vertritt die Position zahlreicher Forscher, die den Klimawandel mit steigenden Temperaturen für schlimmere Dürren und heftigere Waldbrände verantwortlich machen. 

So wenig hat es geregnet:

Klimaforscher Daniel Swain vom Institute of the Environment and Sustainability der University of California postete dazu eine Grafik auf Twitter. In manchen Regionen im Norden und Nordwesten Kaliforniens fielen bis zu 12,7 Zentimeter weniger Regen als im Durchschnitt aller Jahre von 1981 bis 2010.


Die Feuer lassen sich nur schwer löschen.

Mehrere Tausend Feuerwehrleute sind im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen. Beide Brände, die bereits Hunderte Quadratkilometer Wald und Tausende Häuser zerstört haben, sind bislang nur zu etwas mehr als einem Drittel eingedämmt. 

(Bild: Ringo H.W. Chiu/AP/dpa)

Die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass die aktuell starken Winde und die knochentrockene Landschaft besonders im Süden die Lage noch weiter verschärfen dürften. 

Die leicht entflammbare Vegetation, fehlender Niederschlag und eine geringe Luftfeuchtigkeit seien die "perfekten Zutaten für ein explosives dynamisches Brandwachstum", sagte Chris Anthony von der kalifornischen Brandschutzbehörde gegenüber der "Los Angeles Times". Es werde schlimmer, als es sich die Bevölkerung jemals habe vorstellen können. 


Auch die Tiere trifft das Feuer hart.

(Bild: Noah Berger/AP/dpa)

Anders als Menschen, können viele Tiere den Flammen nicht entfliehen – zum Beispiel, weil sie auf eingezäunten Weiden stehen. Hunderte Menschen versuchten also, diesen Tieren zu helfen. Allein das Tierheim in Los Angeles County beherbergt aktuell mehr als 800 Tiere, die vor den Bränden gerettet wurden (CNN). Für viele andere kam die Hilfe zu spät.

Dieses Pferd hatte sich vor den Flammen in einen Pool gerettet und konnte daraus befreit werden:

Well among all the sadness I had a glimpse of happiness today! As I was checking to see if someone’s house was standing...

Posted by Jeff Hill on Sunday, 11 November 2018


Allein 50.000 Menschen mussten die Gefahrenzone im Süden verlassen, mehr als 1300 sind in Notunterkünften verstreut.

(Bild: Barbara Munker/dpa)

Auf einer Pinnwand vor einer Notunterkunft in Chico, einer Nachbarstadt von Paradise, hängen handgeschriebene Vermisstenlisten neben Fotos von Personen, die von Freunden und Angehörigen gesucht werden. Vielerorts gibt es keinen Handyempfang. Es herrscht Chaos.


Gerechtigkeit

Junge CDUler grölen ein umstrittenes Lied – und reden sich jetzt ziemlich schlecht raus
Wir haben zwei Experten zum "Westerwaldmarsch" befragt.

Mitglieder der Jungen Union Hessen haben am 80. Jahrestag der Reichspogromnacht in einer Berliner Kneipe ein altes Heimatlied gegrölt. Ein Video der Aktion landete im Netz, der "Tagesspiegel" berichtete darüber. 

Im Video ist zu sehen, wie die Jungpolitiker lautstark das Soldatenlied singen. Nun steht die Junge Union, der Jugendverband der CDU, in der Kritik. (bento)