Bild: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa & Screenshots Bild.de und Männersache
Speziell über die "Russenpeitsche" tobt ein Meteorologen-Streit!

Man könnte auch einfach sagen: Es ist kalt. Aber nein, das wäre ja langweilig und eintönig. Also kommt es in den aktuellen Schlagzeilen zu den kreativsten Um- und Beschreibungen für die Kältewelle in Deutschland, die einfach nur deutlich machen: Es ist nicht nur kalt, es ist wirklich kalt.

Je nachdem, von wo die kalte Luft nach Deutschland kommt, bekommt der plötzliche Kälteschub auch kreative Namen. Aktuell bringt zum Beispiel der "Arctic Outbreak" kalte Polarluft. Wobei das tatsächlich ein meteorologischer Begriff ist, denn die kalte Luft kommt von einem Ausläufer aus Richtung der Arktis. (HNA)

Doch der Kreativität bei der Namensgebung von kaltem Wetter sind keine Grenzen gesetzt.

Das hier sind unsere liebsten Schlagzeilen zu Kältewellen in Deutschland:

Nein, es ist nicht der Klimawandel. Es ist die Schnee-Hexe!

Schnee-Hexe? Damit ist gemeint, dass auf der abgebildeten Wetterkarte der dunkelblaue Bereich die Form einer Hexe mit Hakennase und spitzem Kinn hat. Und die bewegt sich gerade auf Deutschland zu!!!

Wie ein Schlag ins Gesicht – mit dem Kälte-Hammer. Brrrrr!

Wenn der Hammer nicht hart genug war: Hier kommt die Kälte-Keule.

Immerhin im Harz hat man noch Spaß im Schnee...

Klingt nach leckeren Motto-Wochen im Restaurant, doch es geht nur um Kälte – besondere Kälte.

Hier gefällt uns die Dachzeile in Rot besonders gut: Jetzt wintert's noch mal los!

Und last but not least: Unsere allerliebste Überschrift zu kaltem Wetter:

Zugegeben, hier geht es nicht um die aktuelle Kältewelle, sondern um kalte Tage im November 2018. Aber wir konnten diese Überschrift von Männersache hier einfach nicht weg lassen. Hut ab vor so viel Kreativität!

Ein Begriff für Kältewellen sorgt allerdings für besondere Diskussionen: die "Russenpeitsche".

Woher kommt der Begriff?

Das Wort verwenden einige Meteorologen, um kalte Luft zu beschreiben, die von Skandinavien und Osteuropa gen Deutschland zieht. Weil auf Wetterkarten diese kalte Luft angeblich wie eine gebogene Peitsche aussieht – und das Wort so schön brutal klingt – benutzen viele den Begriff "Russenpeitsche".

  • Allerdings wird er immer wieder kritisiert: Die Bezeichnung ist herabwürdigend und baut ein negatives Russenbild auf.

Wann das Wort zuerst auftauchte, ist unklar. Sicher ist: Vor allem Boulevardmedien wie die "Bild" haben es in den vergangenen Jahren groß gemacht. 

Oft wird der Meteorologe Dominik Jung als Erfinder genannt. Unter anderem die "Bild" zitiert ihn mit dem Begriff. Der älteste Eintrag, den bento finden konnte, ist von 2012:

Im gleichen Jahr hat die Seite "wetter.net", für die Jung arbeitet, den Begriff aktiv in Umlauf gebracht. Auch der Meteorologe selbst nutzt das Wort aktiv:

Andere Meteorologen widersprechen aber, Jung sei nicht der Erfinder – und der Begriff sowieso irreführend.

Der Radio SAW-Wettermann Frank Abel schreibt auf seinem Blog, die Peitsche sehe weder wie eine Peitsche aus, noch komme die Luft aus Russland – sondern eher von der Ostsee oder gar Westeuropa. Und selbst das Wort "Russenpeitsche" sei in Meteorologenkreisen alt bekannt. Und werde dort ironisch verwendet.

Hier und hier tauschten sich Wetter-Nerds im Forum wetterzentrale.de unter anderem über eine Kältewelle aus – und schrieben "Russenpeitsche ;-)" dazu. Der älteste auffindbare Eintrag: 8. Oktober 2004.


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Die Oscar-Nominierungen 2019 sind da – also haben wir mal alle Frauen durchgezählt
Spoiler: Lange mussten wir nicht zählen.

Die Oscars haben noch keine Moderation – aber nun immerhin potenzielle Gewinner. Knapp einen Monat vor der Gala am 24. Februar 2019 hat die Academy, die den Filmpreis vergibt, die Nominierungen für die diesjährige Oscar-Verleihung bekannt gegeben.

Der Academy wird seit Jahren vorgeworfen, bei ihren Nominierungen zu weiß und zu männlich zu sein – also haben wir die Oscar-Nominierungen auf ihren Frauenanteil hin durchgezählt. 

Nicht gewertet sind die Kategorien mit den Darstellerinnen und Darstellern sowie die Kurzfilme und Dokumentationen. Bei den Kategorien "Bester Film" und "Bester animierter Spielfilm" haben wir die verantwortlichen Produzentinnen und Produzenten gezählt. Das ist das Ergebnis:

In den 15 Hauptkategorien sind insgesamt 117 Männer für Oscars nominiert – und 29 Frauen.

  • Ihr Anteil liegt damit bei 19 Prozent, nur jede fünfte Nominierung gilt somit einer Frau.
  • Es gibt genau eine Kategorie, in der nur Frauen nominiert sind: Bestes Kostümdesign.
  • Gleichzeitig gibt es fünf Kategorien, in denen nur Männer nominiert sind. Das sind die Oscars für beste visuelle Effekte, Schnitt und Filmmusik, aber auch die "Königsdisziplinen" Regie und Kamera.