Bild: Chris Jackson/Getty Images

Justin Trudeau hat den ehemaligen kubanischen Machthaber Fidel Castro nach dessen Tod als einen "bemerkenswerten Anführer" bezeichnet – nicht nur in Kanada gab es dafür reichlich Kritik. (washingtonpost.com)

Wieso?

Castros Ziel war es einerseits, soziale Ungerechtigkeit und Armut zu bekämpfen. Er und seine Anhänger eroberten 1959 nach harten Guerillakämpfen Havanna und wurden zum Vorbild für Millionen Kubaner. Andererseits unterdrückte er die Opposition, um einen sozialistischen Staat nach seinen Vorstellungen zu errichten. Schon in den ersten Jahren nach seiner Machtergreifung ließ er Hunderte Kritiker hinrichten. (bento.de)

Wie viele Menschen es am Ende waren, ist nicht bekannt. Schätzungen gehen von rund 5000 aus. Auch deshalb feierten Exilkubaner am Samstag in Miami seinen Tod.

In der Slideshow: Die wichtigsten Stationen in Castros Leben

Geboren wurde Castro laut offizieller Biografie am 26. Juli 1926 in Biran im Osten Kubas. Das genaue Geburtsdatum ist aber umstritten.
Er regte sich schon als Kind über die sozialen Verhältnisse auf der Insel auf.
Als junger Rechtsanwalt nahm er den Kampf gegen den Diktator Fulgencio Batista auf.
1953 überfiel er mit einer winzigen Truppe von 115 Kämpfern die zweitgrößte Kaserne des Landes - und scheiterte.
Nach einigen Jahren im Exil in Mexiko landete er 1956 mit seinen Mitkämpfern auf Kuba und begann in den Bergen den Guerillakampf. 1959 zog er siegreich in Havanna ein.
Castro setzte nach und nach sein sozialistisches System durch, verstaatlichte Unternehmen, nahm Großgrundbesitzern das Land weg und verteilte es an Kleinbauern.
Damit machte er sich die USA zum Feind, die die Insel mit einem Handelsembargo belegten. Unterstützung gab es hingegen von der damaligen Sowjetunion.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion stürzte Kuba 1990 in eine schwere Wirtschaftskrise. Doch das sozialistische System überlebte.
Fidel und sein Bruder rangen sich zu marktwirtschaftlichen Reformen durch.
2006 musste Castro wegen schwerer Darmblutungen notoperiert werden. Im Juli des Jahres legte er seine Ämter nieder. Präsident wurde sein Bruder Raúl.
2015 nahmen Kuba und die USA wieder diplomatische Beziehungen auf, Obama besuchte Havanna.
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Was hat Trudeau genau gesagt?
  • Castro ist für den kanadischen Premierminister "a larger than life leader who served his people for almost half a century."
  • "While a controversial figure, both Mr. Castro’s supporters and detractors recognized his tremendous dedication and love for the Cuban people who had a deep and lasting affection for 'el Comandante'."
  • "I know my father was very proud to call him a friend and I had the opportunity to meet Fidel when my father passed away. It was also a real honour to meet his three sons and his brother President Raúl Castro during my recent visit to Cuba."
  • Am Ende seines offiziellen Statements heißt es, Castro sei ein "remarkable leader." (theguardian.com)
Bei Twitter trendete kurzzeitig der Hashtag #TrudeauEulogies. So fiel die Kritik aus:
Wie ist das Verhältnis zwischen Kuba und Kanada?

Kanada und Mexiko sind die einzigen beiden westlichen Staaten, die seit der Machtergreifung Castros 1959 diplomatische Beziehungen zu Kuba pflegten. Pro Jahr verbringen rund eine Million Kanadier ihren Urlaub auf Kuba.


Musik

Ein Punk verbrennt im Namen des Punk seltene Punk-Artefakte im Wert von 5,9 Millionen Euro
"Es endet nur an der Wand von irgendeinem Banker."

Joe Corré, der Sohn der Punk-Ikonen Vivienne Westwood und Malcolm McLaren, hat am Samstag auf einem Boot in der Themse Sammlerstücke im Wert von 5,9 Millionen Euro verbrannt. Darunter Kleidung, Kunstdrucke und Musik-Aufnahmen.

Was er mit der Aktion sagen will? Punk muss wieder rebellischer werden!

Anlass war der 40. Jahrestag des Veröffentlichung der Single "Anarchy in the U.K" der Sex Pistols. Was in den Siebzigerjahren zu einem Riesenskandal führte, ist heute ein Anlass für Ausstellungen, Feuilleton-Lobeshymnen und Talkrunden in der BBC. (Süddeutsche)