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Is this the real life?

Das Angebot klingt verlockend: 16.500 Euro Aufwandsentschädigung bietet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt für eine sogenannte Langzeit-Bettruhe-Studie. Doch ganz so einfach dürfte der Job nicht werden.

Voraussetzung: bis zum Ende dabeibleiben.

89 Tage soll die Studie dauern, für die Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) derzeit Probanden sucht - ganze 60 Tage davon sollen komplett im Bett verbracht werden. Und Geld gibt es dafür auch noch: 16.500 Euro Aufwandsentschädigung versprechen die Forscher allen, die bis zum Ende dabeibleiben.

60 Tage im Bett verbringen? Nicht so einfach wie es klingt.

Denn die Forscher des DLR wollen mit dem Experiment die "negativen Effekte der Schwerelosigkeit" nachahmen. Negative Effekte? Das hört sich dann schon nur noch halb so gut an. Schließlich geht es um den "Abbau von Muskeln und Knochen und der Verschiebung der Körperflüssigkeiten in Richtung Kopf, wodurch das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt wird und Veränderungen im Auge auftreten können".

Auch sonst könnte die Studie durchaus unangenehme Begleiterscheinungen haben. Zwar soll jeder Proband ein Einzelzimmer bekommen, Besuch ist aber nicht erlaubt. Es kann also ganz schön langweilig werden. Zumal der Kopf 60 Tage lang immer unten bleiben muss, nicht mal ein Kissen ist erlaubt. Dafür darf man auf einen oberhalb des Bettes angebrachten Bildschirm schauen. Immerhin.

Pizzaverbot!

Auch die Ernährung ist vorgeschrieben und "genau auf den Bedarf des Probanden abgestimmt", wie es heißt. Bier, Pizza und Chips sollten Interessenten also nicht unbedingt erwarten. Zwischendurch finden immer wieder Untersuchungen statt. 

Auch Duschen, Essen, Toilettengang werden kompliziert: "sämtliche Aktivitäten finden im Liegen statt", heißt es in der Stellenanzeige. Und Schummeln lohnt sich dabei nicht: "Die korrekte Körperhaltung wird dabei ständig per Kameraüberwachung kontrolliert."

Wer trotzdem mitmachen will: Das DLR sucht Frauen und Männer zwischen 24 und 55 Jahren. Studienort ist Köln; Raucher dürfen nicht mitmachen.

Dieser Text ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.



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So läuft der Erdogan-Besuch in Köln
Drei Fragen und drei Antworten zum Köln-Besuch

Der Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat Berlin in einen Ausnahmezustand versetzt (bento). Jetzt ist Köln an der Reihe – dort eröffnet Erdogan am Samstag die neue Ditib-Zentralmoschee im Stadtteil Ehrenfeld.

Wie läuft der Erdogan-Besuch ab?

  • Nach seiner Ankunft in Köln trifft Erdogan zunächst einmal den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet zu einem Gespräch, anschließend wird er an der offiziellen Eröffnung der Zentralmoschee teilnehmen.
  • Der Besuch wird durch einen der größten Polizeieinsätze in der Kölner Geschichte abgesichert. Rund um die Moschee wurde durch die Stadt und die Polizei ein großer Sicherheitsbereich festgelegt. Wie auch schon in Berlin sind in Köln mehrere Tausend Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. 

Gibt es Gegendemonstrationen?

Im Vorfeld wurden mehrere Kundgebungen angekündigt. Bei einer der größten Kundgebungen haben sich zunächst deutlich weniger Menschen versammelt als vorher vermutet. Statt der erwarteten 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen bis zum Mittag nach Schätzungen der Deutschen Presse-Agentur rund 1.000 Menschen zusammen, die Kölner Polizei hält sich bisher mit Informationen zu den Zahlen zurück. 

Wie sind die Reaktionen auf den Besuch und die Eröffnung der Moschee?

  • Die parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker äußerte sich nicht zum Besuch Erdogans, betonte aber "stolz auf das großartige Gebäude der Zentralmoschee" zu sein. Sie wünsche sich, dass die Moschee "in Zukunft das Wahrzeichen für den Dialog zwischen den Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten und Kulturen wird".
  • Der Staatsbesuch habe gezeigt, "dass die wechselseitigen Missverständnisse noch größer als gedacht sind", sagt CDU-Politiker Norbert Röttgen
  • Parteikollege und Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus kritisierte dagegen Ditib: "Es ist kein gutes Signal, wenn Ditib offenbar wenig Anstrengungen unternommen oder gar Bereitschaft gezeigt hat, die nordrhein-westfälische Landesregierung, die Oberbürgermeisterin von Köln oder selbst den Bezirksbürgermeister einzubeziehen."

Kritik gibt es auch von der anderen Seite.

Am Freitag sagten Kölner Behörden eine vor der Moschee geplante Veranstaltung ab, weil der Moscheebetreiber Ditib kein angemessenes Sicherheitskonzept für die erwarteten Menschenmassen vorgestellt habe. "Das Ganze ist unschön, wo auf der anderen Seite die Türkei ständig wegen Beschneidung der Versammlungsfreiheit und anderem kritisiert wird", kommentierte der AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroglu die Absage.

Mit Material von dpa