Bild: dpa/Ralf Hirschberger
Was der Gesundheitsminister geschrieben hat – und was viele daran stört.

Der Gesundheitsminister hat vor allem eine Aufgabe: In Deutschland die richtigen Weichen so stellen, dass alle ausreichend versorgt und gepflegt werden können und gesund leben können. Was ein Gesundheitsminister nicht tun muss: Jede einzelne Deutsche und jeden einzelnen Deutschen heilen.

Zum Weltkrebstag twitterte Gesundheitsminister Jens Spahn daher ein paar Tipps, wie Menschen vermeiden könnten, an Krebs zu erkranken. 

Gut gemeint war aber noch lange nicht gut gemacht.

Denn viele Nutzerinnen und Nutzer nehmen Spahn die Ratschläge übel. Nach Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Allein 2016 erlagen 230.725 Bürgerinnen und Bürger einem Krebsleiden – mehr als ein Viertel aller Todesfälle des Jahres. (Statista)

Was hat Jens Spahn über Krebs getwittert?

Er wollte Tipps geben, wie jeder den "Kampf gegen Krebs" gewinnen kann. Nicht mehr Rauchen? Kein Lungenkrebs! Besserer Sonnenschutz? Kein Hautkrebs! Gesünder leben? Überhaupt kein Krebs! So einfach suggiert es die Auflistung von Spahn:

Dem Tweet ging ein Interview voraus, dass Spahn vor einigen Tagen der "Rheinischen Post" gab. Darin schätzte er, dass in zehn bis 20 Jahren der Krebs besiegt sei. Es gebe mittlerweile große "Fortschritte bei der Krebserkennung und bei der Prävention". 

Was werfen ihm von Krebs Betroffene und andere nun vor?

Verschiedenes: Einige stört, dass der Gesundheitsminister eine gefährliche und komplizierte Krankheit auf ein paar Gesundheitstipps reduziert – andere erzählen von eigenen, unverschuldeten Fällen und wie Prävention da eben nicht weiterhilft.

Mehr als 1.400 Nutzerinnen und Nutzer reagierten allein bis Dienstagmittag auf Spahns Tweet mit einer Antwort. Viele schilderten emotionale Fälle von Verwandten und Bekannten. Auch wenn Jens Spahn nicht persönlich für deren Schicksal verantwortlich ist – seinen verallgemeinernden Tweet nehmen sie ihm dennoch übel:

Doch es gibt nicht nur kritische Stimmen. Einige versuchen zu erklären, worauf Jens Spahn eigentlich hinaus wollte.

Einige eher mit bissigen Worten:

Andere mit etwas freundlicheren Worten:


Fühlen

Wer bin ich? Wer will ich sein? Warum immer mehr junge Leute eine Therapie machen

Mit dem Reisebus fuhr ich immer vom Zentrum Barcelonas* zur außerhalb liegenden Uni. Eines Tages war die Fahrt besonders ruppig, der Fahrer sorgte fast für einen Unfall. Plötzlich schnürte sich mein Hals zu, ich begann, unkontrolliert zu atmen, mir wurde übel. Ich fühlte mich eingeengt und hatte Angst, den Bus nicht verlassen zu können. Ich konzentrierte mich nur noch darauf, Luft zu bekommen. Ich war allein mit meiner Angst, ich hatte das Gefühl, die Situation war nicht mehr unter meiner Kontrolle.

So schildert Studentin Johanna* ein Erlebnis während ihres Auslandsemesters. Es passierte ihr in letzter Zeit häufiger. Jetzt ist sie zurück in Deutschland. Sie will wissen, was sie in solchen Situationen tun kann, Auswege kennenlernen. Die Angst loswerden. Deshalb macht Johanna jetzt eine Therapie.