Bild: dpa/Montage: bento
Wir haben mit den jungen SPDlern gesprochen.

Erst der Schulz-Zug, dann die NoGroko-Kampagne: Zwischen Januar 2017 und Februar 2018 hatte die SPD einen Mitglieder-Zuwachs wie schon lange nicht mehr – rund 60.000 Menschen traten damals in die Partei ein. Zunächst in der Euphorie-Welle um Kanzlerkandidat Martin Schulz, später dann, um bei der Mitgliederabstimmung die Große Koalition zu verhindern. 

Beide Vorhaben sind am Ende gescheitert – der Bundeskanzler heißt nicht Martin Schulz, die SPD regiert gemeinsam mit der Union in der Großen Koalition. Bei vergangenen Wahlen und in den Umfragen bleibt die Partei am Boden – was also hat sich mit den Neumitgliedern wirklich geändert?

Diese Frage hat sich auch Jan Böhmermann gestellt – auf Twitter schreibt er ironisch:

Doch wohl auch für Böhmermann überraschend: Es antworten verschiedene neue SPD-Mitglieder, die recht optimistisch sind – und die teilweise schon in kurzer Zeit etwas erreicht haben in der Partei:

Viele antworteten Böhmermann auf seinen zynischen Tweet – und bewiesen ihm so das Gegenteil. Wir haben einige gesprochen.

Tatiana, 33, kam 2017 zur SPD – jetzt kandidiert sie als Ortsvorsteherin in ihrem Mainzer Stadtteil. 

"Ich bin eingetreten, nachdem Trump gewählt wurde", sagte Tatiana zu bento. Von den Strukturen innerhalb der Partei wurde sie aber erst einmal abgeschreckt: "Ortsverein, Unterbezirk, Delegierte, AGs – das war mir zu kompliziert." Als Quereinsteigerin habe sie sich nicht gleich richtig vernetzen können.

Doch vor allem über Facebook, Twitter und Instagram machte sie sich für ihre Themen stark, was bei den Genossinnen und Genossen offenbar gut ankam. "So bin ich aufgefallen und nach und nach wurde ich nach meiner Expertise gefragt und in Gesprächsrunden eingeladen", erzählt Tatiana. Schließlich kam die Frage, ob sie nicht als Ortsvorsteherin kandidieren möchte. 

Es geht also offenbar auch außerhalb festgefahrener Strukturen – deswegen glaubt die 33-Jährige auch, dass sich die Partei verändern kann: "Es gibt in der SPD Menschen an Schlüsselpositionen, die Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger wie mich pushen, zuhören und Lust haben auf Veränderung." Die Probleme der alten Strukturen sieht sie aber dennoch – und schließlich liege die Verantwortung für die Veränderung der Partei auf beiden Seiten: Bei alten und neuen Mitgliedern.

Auch Leon, 21, spürt einen frischen Wind in seiner Partei, seitdem die vielen neuen Mitglieder eingetreten sind. 

Bei der SPD und den Nürnberger Jusos ist Leon seit mehr als fünf Jahren aktiv. Mit den Neueintritten sei dort auch die Diskussion belebt worden, sagt er. "Wir treffen uns wöchentlich und bieten dadurch auch eine recht praktische Einstiegsmöglichkeit." Als Kandidaten für die Kommunalwahl im kommenden Jahr habe man außerdem jemanden ins Rennen geschickt, der auch noch nicht lange dabei ist.

Dass sich die SPD so schnell nachhaltig verändern könne, hält Leon auch für unrealistisch. "Es dauert, sich in einer Partei Vertrauen zu erarbeiten, um dann eine Chance zu haben, auf 'höhere' Ebenen vorzurücken", sagt er. Das bedeute aber nicht "Plakate zu kleben", wie es Böhmermann in seinem Tweet ausdrückte. Vertrauen gewinne man vor allem mit guten Redebeiträgen bei Diskussionsveranstaltungen. 

Optimistisch ist er dennoch: "Im Ergebnis denke ich schon, dass sich die Partei durch gute neue Ideen und motivierte Menschen von innen verändern kann."


Fühlen

Das Ei mit den meisten Instagram-Likes aller Zeiten hat jetzt eine wichtige Botschaft
Es nutzt den Like-Hype für eine Warnung.

Seit Mitte Januar ist das beliebteste Foto auf Instagram: ein Ei. Auf dem Kanal namens @world_record_egg wurde das Bild am 4. Januar hochgeladen. In dem Text dazu machen die Inhaber des Accounts gleich ihr Ziel klar: "Lasst uns zusammen einen Weltrekord aufstellen und diesen Post zum meistgelikten auf Instagram machen."

Nach nur zehn Tagen war das tatsächlich geschafft: Das Ei sammelte mehr als 18 Millionen Likes, mehr als ein Babyfoto von Kylie Jenner, die bisher Rekordhalterin war.

Mittlerweile hat das Ei sogar ganze 52 Millionen Likes: