Bild: dpa/Polizei Sachsen
Und was syrische Flüchtlinge jetzt darüber sagen.

Der mutmaßliche Terrorist Jaber al-Bakr hat sich in seiner Zelle erhängt. Das teilte Sachsens Justizminister Gemkow am Donnerstag in Dresden mit. "Das hätte nicht passieren dürfen", sagt er zum Selbstmord Al-Bakrs. Man habe "alles unternommen", um den Suizid zu verhindern. Politiker kritisierten ein Versagen der Justiz (bento).

Al-Bakr sei zunächst alle 15 Minuten kontrolliert worden, sagte der Anstaltsleiter der JVA Leipzig, Regierungsdirektor Rolf Jacob. Er befand sich demnach in Einzelhaft, um andere Gefangene nicht zu gefährden. "Er war ruhig, er war sachlich", sagte Jacob. Eine Unterbringung in einen besonders für Suizidgefährdete vorgesehenen Raum habe man nicht für nötig gehalten.

Nach Absprache mit einem Psychologen wurde der Zeitabstand zwischen den Kontrollen später auf 30 Minuten erhöht. Dennoch hatte eine Angestellte der JVA Al-Bakr am Mittwochabend um 19.45 Uhr nach nur 15 Minuten erneut kontrolliert. Sie fand den Terrorverdächtigen, der sich am Zwischengitter stranguliert hatte. Man habe zunächst noch versucht, ihn zu reanimieren, sagte Jacob. (SPIEGEL ONLINE)

Wie reagiert die syrische Community in Deutschland?

In Facebook-Gruppen tauschen sich viele syrische Flüchtlinge über Al-Bakrs Fall aus. Drei Syrer hatten ihn nach seiner Flucht in Leipzig in ihre Wohnung geholt und dort gefesselt. Das Foto vom geknebelten Al-Bakr teilte sich im Netz (bento).

Jetzt posten viele Flüchtlinge die Meldungen von Al-Bakrs Tod mit Fragezeichen dahinter. "Wie konnte das geschehen?", fragt ein Flüchtling auf Facebook, "War das Absicht?", schreibt ein anderer. Ein aus Damaskus stammender Syrer erzählt bento, dass er wütend auf die deutschen Behörden ist: "Dieser Kerl hätte eine wichtige Informationsquelle sein können – man hätte ihn nicht aus den Augen lassen dürfen. Das ist einfach unprofessionell."

Was wurde Al-Bakr vorgeworfen?

Nach Hinweisen des Verfassungsschutzes waren bei ihm 1,5 Kilogramm hochexplosiven Sprengstoffs gefunden worden. Er soll damit Angriffe auf Züge und Flughäfen in Berlin geplant haben (tagesschau.de). Vergangenen Samstag wollte die Polizei den Verdächtigen in Chemnitz festnehmen, er konnte jedoch fliehen. In der Nacht zum Montag war er von den Syrern in Leipzig festgehalten worden.

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