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Die Italiener haben Hochrechnungen zufolge gegen eine Reform der Verfassung gestimmt. Demnach haben sich rund 60 Prozent der Wähler gegen die von Ministerpräsident Matteo Renzi angestrebte Reform entschieden.

Auf einer Pressekonferenz kündigte Renzi für Montag seinen Rücktritt an. "Ich habe verloren und trage dafür die volle Verantwortung", sagte er. Renzi hatte sein politisches Schicksal mit dem Ausgang des Referendums verknüpft.

Die Wahlbeteiligung war unerwartet hoch. Bis zu 70 Prozent der rund 47 Millionen Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab, teilte das Innenministerium in Rom mit. (SPIEGEL ONLINE)

Darüber haben die Italiener abgestimmt:

Die von Ministerpräsident Matteo Renzi angestrebte Verfassungsreform war die größte in der Geschichte des Landes: 46 von 139 Artikeln sollten umgeschrieben werden.

Die Italiener nennen sie die "Boschi-Reform", weil die Ministerin Maria Elena Boschi die Autorin der Gesetzesänderung ist. Die 35-Jährige kämpfte unermüdlich für ein "Si" und musste sich mit Millionen Änderungsanträgen auseinandersetzen.

Die zentrale Änderung: Die zweite Kammer des italienischen Parlaments sollte ihre große Entscheidungsmacht verlieren. Bislang brauchen erste und zweite Kammer ewig, um sich auf Gesetze zu einigen. Das sollte besser werden. Kritiker sahen mit der Verfassungsänderung hingegen die Demokratie beschnitten. (tagesschau.de)

Und warum ist das für uns wichtig?

Eigentlich ging es nicht um die Verfassung – sondern um den italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi. Sein Rücktritt wird Auswirkungen auf die gesamte Europäische Union haben. Die Frage ist nun, wie groß diese sein werden.

Renzis Rücktritt ist ein Erfolg für die populistischen Parteien: die EU-kritische "Fünf-Sterne-Bewegung" ist derzeit in Umfragen ohnehin stärkste Kraft.

Dazu kommt: Die italienischen Banken stecken in der Krise. Der Rücktritt Renzis und ein eventuell nun folgendes politisches Chaos könnten ihnen den Rest geben, die "Financial Times" befürchtete bereits vor der Abstimmung im Fall eines "No" eine landesweite Krise (SPIEGEL ONLINE).


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