Bild: Foto: Emilio Morenatti/AP/dpa
5 Fakten zu der Situation

Unweit der Küsten italienischer Inseln sind im Mittelmeer Geflüchtete gerettet worden. Und wieder treibt ein Schiff mit Geflüchteten zwischen Malta und Italien. 

Es geht um 450 Menschen, die an Land kommen wollen – doch gibt es Streit um die Zuständigkeit. Die Geflüchteten befänden sich laut Medienberichten seit Samstagmorgen an Bord eines italienischen und eines Frontex-Schiffs.

Hier sind 5 Fakten, die du über die Situation wissen solltest:

1.

Italiens Innenminister Matteo Salvini zeigt sich weiterhin hart

Anfang dieser Woche hatte er auf Twitter bekanntgegeben, er wolle keine im Mittelmeer geretteten Geflüchteten mehr aufnehmen (bento). Weder von privaten Rettungsschiffen wie etwa der Lifeline, noch von internationalen Rettungseinsätzen. Er sperrte alle Häfen. Italien ist das Hauptankunftsland für Flüchtlinge, die von Afrika aus über das Mittelmeer in die EU gelangen.

Freitagabend schrieb der Chef der rechtsnationalen Partei "Lega" aus aktuellem Anlass auf Facebook: 

"Wie versprochen, gebe ich nicht auf. Ein Schiff mit 450 Illegalen an Bord ist seit heute Morgen in den maltesischen Gewässern, die sich darum kümmern wollten. Stundenlang ist nichts passiert, das Boot ist dann Richtung Italien gefahren. Malta, die Schleuser und die Weltverbesserer ganz Italiens und der ganzen Welt wissen, dass dieses Boot NICHT im italienischen Hafen einfahren DARF und WIRD."

Acht Frauen und Kinder sind wegen ihres Gesundheitszustands von der italienischen Küstenwache nach Lampedusa gebracht worden. 

Ob die übrigen Menschen auch nach Italien gefahren werden, ist unklar. Sie sollten nach Malta "oder noch besser nach Libyen" gebracht werden, soll Italiens Innenminister Matteo Salvini Regierungschef Giuseppe Conte gesagt haben.

2.

Malta und Italien streiten sich immer wieder um die Zuständigkeit

Die beiden Staaten haben in den vergangenen Wochen wiederholt über die Zuständigkeit für Flüchtlingsschiffe gestritten. Malta ließ das Hilfsschiff "Lifeline" mit 234 Menschen an Bord im Juni nach einem Hin und Her anlegen (bento), gab also nach.

Im selben Monat ging es aber auch um das Rettungsschiff "Aquarius" mit über 600 Geflüchteten an Bord. Weder Italien noch Malta nahmen die Menschen auf. Das Boot musste nach Spanien umgelenkt werden. (bento)

3.

Die Geflüchteten sollen auf einem Fischerboot gekommen sein

Medienberichten zufolge handelte es sich um ein großes Fischerboot, mit dem die Schutzsuchenden von Libyen aus gestartet sein sollen und es bis auf wenige Seemeilen vor die Insel Linosa bei Lampedusa geschafft haben. 

Das wäre eine neue Entwicklung: Seit langem fahren von dem Bürgerkriegsland vor allem überladene Schlauchboote und Kähne ab, mit denen eine Überfahrt nach Italien so gut wie unmöglich ist. In der Vergangenheit hatten Schlepper dagegen häufig größere Boote benutzt, um Menschen direkt nach Lampedusa oder Malta zu bringen. 

4.

Im Mittelmeer gibt gerade keine privaten Seenotretter mehr

Derzeit sind keine privaten Seenotretter im Mittelmeer unterwegs, die Migranten von seeuntüchtigen Booten retten. In der Vergangenheit wurden sie in der Regel nach Italien gebracht. Dort wird Hilfsorganisationen die Einfahrt in die Häfen inzwischen verwehrt. Auch andere Schiffe mit geretteten Migranten saßen mehrere Tage auf dem Meer fest. Die Insel Malta sieht sich nicht für die Aufnahme von im Mittelmeer Geretteten zuständig. 

5.

Deutschland und Frankreich nehmen 50 Menschen auf

Die Regierungen in Berlin und Rom sind "übereingekommen, dass Deutschland im Blick auf die laufenden Gespräche über eine intensivere bilaterale Zusammenarbeit im Asylbereich, in diesem Fall bereit ist, 50 Menschen aufzunehmen", teilte eine Regierungssprecherin am Sonntag in Berlin mit. 

Nach Angaben des italienischen Regierungschefs Giuseppe Conte habe auch Frankreich zugesagt, 50 Flüchtlinge aufzunehmen.


Update: Am Sonntag haben Deutschland und Frankreich ihre Zusage gegeben, jeweils 50 Geflüchtete aufzunehmen. Der Text wurde dementsprechend aktualisiert.

Mit Material von dpa


Fühlen

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