Die "Lifeline" wartet aber immer noch auf einen Hafen.

Mehrere Tage musste das dänische Containerschiff "Alexander Maersk" auf dem Wasser ausharren, jetzt durfte es doch noch in Italien anlegen. Am Freitag hatte die Besatzung 113 Flüchtlinge in internationalen Gewässern aufgenommen, hatte dann aber keine Erlaubnis bekommen, in einen italienischen Hafen einzulaufen.

Das Rettungsschiff "Lifeline" mit 230 Flüchtlingen wartet hingegen immer noch darauf, anlegen zu dürfen.

Das Schiff mit 17 deutschen Besatzungsmitgliedern an Bord nahm am Donnerstag bereits die Migranten auf. Neben Italien hatten mittlerweile auch Malta und Spanien es abgelehnt, das Schiff einlaufen zu lassen. 

Ursprünglich hatte Italiens Innenminister Matteo Salvini das auch für die "Alexander Maersk" gesagt: In einem Facebook-Post hatte er geschrieben, dass "diese Schiffe" es "vergessen" könnten, Italien zu erreichen – er wolle damit die "Geschäfte von Schleppern und Mafiosi" unterbinden. (bento)

Nun hat Salvini zumindest für das Containerschiff doch noch eingelenkt, das Schiff konnte im sizilianischen Pozzallo ankern. Der Bürgermeister der Stadt, Roberto Ammatuna, sagte: "Heute ist ein wichtiger Tag, weil es sich (...) gezeigt hat, dass die Solidarität immer noch ein verbreitetes Gefühl ist."

Für die "Lifeline" heißt das aber wohl nicht, dass auch sie bald anlegen darf: 

Salvini und auch der Chef der mitregierenden Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, sagten, wenn die "Lifeline" in Italien anlege, werde das Schiff sofort beschlagnahmt und die Besatzung festgenommen. Der Innenminister will vor allem Hilfsorganisationen die Häfen versperren und bezeichnet sie als "Handlanger der Schlepper".

Am Montag hatten auch Bundestagsabgeordnete die Zustände auf dem Schiff überprüft. Grünen-Abgeordnete Luise Amtsberg erklärte danach: „Bereits jetzt ist die hygienische und medizinische Situation prekär. Es darf nicht sein, dass der Streit über europäische Zuständigkeiten Menschenleben in Gefahr bringt."

In der Nacht zum Dienstag hatten die Helfer geschrieben, dass wegen eines medizinischen Notfalls der erste von der "Lifeline" evakuiert werden musste. 

Mit Material von dpa


Today

Joggerin muss zwei Wochen in Haft, weil sie aus Versehen die Grenze zu den USA überquerte

Eigentlich wollte sie nur eine abendliche Runde am Strand drehen: In den USA ist eine 19-jährige Französin festgenommen worden, weil sie versehentlich die Grenze von Kanada überquert hatte.