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Klären wir das - ein für alle Mal.

Man liegt im Bett, ist schon fast eingeschlafen – und plötzlich zuckt der ganze Körper, als habe er einen elektrischen Schlag bekommen. Oder der Mensch neben einem lässt das ganze Bett mit seinem Zucken erschüttern – und man ist wieder wach. Woher kommen diese unkontrollierten Bewegungen? Und sind sie ein Zeichen dafür, dass etwas im Körper nicht stimmt? Wir haben mit Professor Eckart Rüther vom Schlafmedizinischen Zentrum München gesprochen.

Herr Rüther, zucken wir alle beim Einschlafen?

"In irgendeiner Weise hat das fast jeder", sagt Rüther. "Einige mehr, andere weniger." Rüther geht von einer "Lebenszeitprävalenz" von 90 Prozent aus. 

Das bedeutet: Er glaubt, dass 90 Prozent aller Menschen in ihrem Leben mindestens einmal von dem Zucken betroffen sind. "Aber nicht alle bemerken das", sagt Rüther. Wir müssen uns jedenfalls keine Sorgen machen, wenn unser Körper vor dem Einschlafen diese unkontrollierte Bewegung macht – wir sind damit nicht alleine.

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Klären wir das – ein für alle Mal

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Schlafen wir schon, wenn es zuckt?

"Das ist ein Intermediär-Zustand", sagt Rüther. "Etwa Schlafstadium eins." Wir befinden uns also in der Einschlafphase. Unser Gehirn fährt langsam herunter, die Muskeln sind noch ein wenig angespannt, werden aber lockerer. Wir verbringen etwa ein Zehntel der Nacht in diesem Stadium (Schlafmedizinisches Zentrum München). 

Wenn wir diese Phase überwunden haben (ob mit oder ohne Zucken), folgt ein Stadium mit leichtem Schlaf: Hier entspannen die Muskeln, Puls und Atem werden gleichmäßig, die Körpertemperatur sinkt. Jetzt zuckt man nicht mehr.

Woher kommt das Zucken?

Genau geklärt ist die Sache nicht, es gibt nur verschiedene Theorien: Einige Forscher gehen davon aus, dass es sich um überreizte Nerven in einem Bereich des Gehirns handelt, die die Zuck-Signale aussenden. Das Einschlafen läuft nicht geordnet ab, weil Teile des Gehirns noch aktiv sind, während der Rest des Körpers bereits herunterfährt. Eine weitere These: Wenn wir einschlafen, erschlaffen all unsere Muskeln – und das Gehirn deutet das als Zeichen von Kontrollverlust. Das Zucken könnte ein Versuch sein, den Körper wieder unter Kontrolle zu bringen. (Spektrum)

Übrigens kann es oft passieren, dass wir zusätzlich zu den Zuckungen das Gefühl haben, zu fallen. Oder dass wir uns laute Geräusche oder helle Blitze einbilden. Auch das kommt häufig vor, auch das gilt als normal.

Ist das Zucken beim Einschlafen ein Zeichen für Stress oder Probleme?

Rüther glaubt (wie eigentlich alle Wissenschaftler) nicht, dass das Zucken ein Anzeichen für Probleme oder Ungleichgewicht im Körper sind: "Das ist ganz normal." 

Aber: Es gibt seiner Meinung nach durchaus Methoden, mit denen wir dafür sorgen können, dass wir weniger zucken – und zwar durch Entspannung. "In einem gewissen Maß können Rituale der Vorbereitung auf den Schlaf mit gefühlsmäßigem Abschluss des Tages und zur Vorbereitung auf den nächsten Tag helfen", sagt Rüther. 

Also besser nicht noch im Bett die letzten Mails oder Instagram-Stories checken, stattdessen langsam zur Ruhe kommen.

Gibt es weitere Faktoren, die das Zucken beeinflussen?

Ein stressiger Tag, eine Party mit viel Alkohol, exzessiver Sport vor dem Einschlafen: Können solche Faktoren dafür sorgen, dass der Körper mehr zuckt als sonst? "Von Mensch zu Mensch ist das sehr unterschiedlich", sagt Rüther. "Eine erhöhte Erregung in irgendeinem mentalen, affektiven oder körperlichen Teilgebiet ist aber immer mit erhöhter Bereitschaft zu Zuckungen verbunden."

Einige Wissenschaftler gehen auch davon aus, dass zu viel Koffein und Tabak, stimulierende Medikamente und grundsätzliche Schlafprobleme das Zucken verstärken können.(New York Magazine

Also falls wir oft zucken und es wirklich stört: Einfach mal weniger Kaffee am Nachmittag und Abend trinken und abends für Entspannung sorgen – es könnte helfen.


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