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Wir haben jemanden gefragt, der es wissen muss.

Es tun fast alle: Sich auf ein paar Bierchen in der Kneipe treffen, im Club erst mal einen Longdrink bestellen und ab und zu auch mal die Meute zu einer Runde Schnaps anstiften. Vermutlich wissen aber auch alle: Gesund ist das nicht.

Aber ist Alkohol auch krebserregend? Und wenn ja, ab welcher Menge wird es gefährlich?

Wir haben uns Studien angeschaut und nachgefragt bei Benjamin Barnes vom Robert Koch-Institut in Berlin. Er ist Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft "Prävention und integrative Onkologie" der Deutschen Krebsgesellschaft.

Die Wahrheit: Steigert Alkohol das Krebsrisiko?

Die Internationale Krebsforschungsagentur IARC sowie weitere nationale und internationale Organisationen kommen zu einem klaren Schluss: Der Konsum von Alkohol ist krebserregend. Studien zeigen auch, welche Krebsarten besonders oft im Zusammenhang mit dem Trinken auftreten.

Demzufolge erhöht Alkoholkonsum das Risiko für Krebserkrankungen des Mundraums, des Rachens, des Kehlkopfes, der Speiseröhre, des Darms, der Leber und der weiblichen Brust.
Benjamin Barnes

Und wie oft passiert das wirklich?

Für eine aktuelle Untersuchung haben Forscherinnen und Forscher geschätzt, wie viele Krebsfälle in Deutschland auf Alkohol zurückzuführen sind. Das erschreckende Ergebnis: Allein dieses Jahr werden demnach etwa 9600 Menschen an Krebs erkranken, weil sie zu viel Alkohol getrunken haben.

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Das ist mit zwei Prozent zwar nur ein kleiner Anteil aller neuen Krebserkrankungen  – aber es ist ein Risiko, das wir selbst beeinflussen können. Übrigens gibt es auch Schätzungen für die Zahl der Krebserkrankungen durch Rauchen: Hier wird sich die Zahl 2018 auf geschätzt mehr als 85.000 Fälle in Deutschland summieren. (Deutsches Ärzteblatt)

Was richtet Alkohol im Körper an?

Mit welchen Mechanismen Alkoholkonsum die Krebsentstehung fördere, werde noch erforscht, sagt Barnes. "Klar ist, dass Alkohol im Körper zu Acetylaldehyd umgewandelt wird." Dieser Stoff kann zu Fehlern beim Kopieren unseres Erbguts führen, was wiederum die Entstehung von Tumoren begünstigt.

Außerdem können beim Abbau von Alkohol sogenannte Sauerstoffradikale entstehen, die unsere DNA direkt beschädigen. Der Alkoholkonsum könne darüber hinaus den Hormonspiegel verändern und dadurch das Krebsrisiko beeinflussen, sagt Barnes. Und: Zu viel Alkohol kann zu einer Leberzirrhose führen, die ebenfalls das Krebsrisiko erhöht.

Du willst wissen, ob du zu viel trinkst? Diese Fragen verraten es dir:

Du bist dir nicht sicher, ob dein Alkoholkonsum noch "normal" ist? Manchmal kann es schon helfen, sich ein paar Fragen von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ehrlich zu beantworten:
Wie viele alkoholische Getränke trinkst du im Durchschnitt an einem Tag?
Hast du es im letzten Jahr erlebt, dass du nicht mehr mit dem Trinken aufhören konntest, nachdem du einmal begonnen hattest?
Weißt du insgeheim, dass du zu viel Alkohol trinkst, und machst wider besseren Wissens weiter?
Hattest du in letzter Zeit wegen deiner Trinkgewohnheiten Gewissensbisse oder Schamgefühle?
Planst du deine Tage so, dass du Alkohol trinken kannst?
Könntest du jederzeit – ganz ehrlich – auf Alkohol verzichten?
Aus welchem Grund trinkst du Alkohol?
Ist Alkohol für dich ein Problemlöser?
Einen ausführlicheren Test findest du hier: https://www.kenn-dein-limit.de/selbst-tests/alkohol-selbst-test/
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Ist denn jeder Schluck zu viel?

Fest steht: Je mehr getrunken wird, desto höher ist das Risiko. "Wissenschaftler haben aber noch keinen Grenzwert entdeckt, unter dem Alkoholkonsum das Krebsrisiko nicht beeinflusst", sagt Barnes.

Wenn es um das Krebsrisiko geht, scheinen auch geringe Konsummengen von Alkohol zu schaden.
Benjamin Barnes

Das Deutsche Krebsinformationszentrum hat trotzdem Werte veröffentlicht, an denen man sich orientieren kann:

  • Gesunde Männer sollten am Tag nicht mehr als 24 Gramm reinen Alkohol zu sich nehmen – so viel steckt ungefähr in einem halben Liter Bier oder 250 Millilitern Wein.
  • Bei gesunden Frauen liegt der Wert niedriger – gerade mal bei 12 Gramm reinem Alkohol. Das wären also etwa 250 Milliliter Bier oder 125 Milliliter Wein. (Krebsinformationsdienst)
  • Außerdem sollte man an zwei Tagen pro Woche überhaupt keinen Alkohol trinken.


Was lässt das Krebsrisiko zusätzlich ansteigen?

"Der Konsum von Tabakprodukten erhöht das Krebsrisiko in Kombination mit dem Alkoholkonsum dramatisch", sagt Barnes. "Das gilt vor allem für den Mundraum und den Rachen." Bier und Zigarette gleichzeitig – diese Kombination ist also überhaupt keine gute Idee.

Was passiert dabei genau?

"Vermutlich ist es so, dass sich der Alkohol auf die Schleimhaut auswirkt, indem er sie für die krebserregenden Stoffe vom Tabakprodukt durchlässiger macht", sagt Barnes. Es ist also im Endeffekt der Tabak, der unsere DNA angreift – und der Alkohol erleichtert das.

Hat Alkohol auch eine positive Wirkung?

Man hört es ja immer wieder: In Maßen soll Alkohol angeblich sogar gesund sein. Vor allem das eine Glas Rotwein am Abend. Wissenschaftlich ist das aber äußerst umstritten. (SPIEGEL ONLINE)

Eine Studie aus Kanada hat zumindest gezeigt, dass Frauen, die regelmäßig ein bisschen Bier, Wein oder Likör trinken, ein geringeres Risiko für ein sogenanntes Endometriumkarzinom haben – also Krebs der Gebärmutterschleimhaut. Eine andere Studie aus Europa hingegen fand keine Unterschiede beim Risiko für die Krebsform, aber immerhin auch keinen negativen Effekt. (Thieme)

Wichtig ist: Bei den Studien ging es jeweils nur um eine ganz bestimmte Krebsart. Bei allen anderen Formen wurde kein positiver Effekt durch Bier, Wein oder Cocktails festgestellt – im Gegenteil.


Gerechtigkeit

Trolle zweifeln an, dass dieses Model auch Programmiererin ist – sie hat genau die richtige Antwort

Lyndsey Scott ist groß und schlank, sie hat langes dunkles Haar und ein einnehmendes Lächeln.

Scott arbeitet als Model, sie war auf den Titelseiten großer Modemagazine, lief für Victoria's Secret auf dem Laufsteg. Wenn sie das erzählt, sind andere Leute meistens wenig überrascht.

Denn Scott hat noch einen anderen Job: Sie ist Programmiererin. Sie entwickelt Software, hilft online anderen Menschen, die programmieren lernen wollen. Das glauben ihr andere Leute häufig weniger. Weil Scott aussieht, wie sie aussieht.