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Kampflamas haben in Israel ausgedient. Denn das israelische Militär will künftig auf Roboter setzen.

Wait what? Kampflamas?

Ja, in der Armee werden schon immer Tiere eingesetzt – Israel arbeitet unter anderem mit Hunden, Schafen, Antilopen und eben Lamas (Israel Defence). 

Was machen die Lamas?
Ein Lama im Einsatz der israelischen Armee.(Bild: Getty Images)

Die Tiere werden zum Lastentragen in unwegsamem Gelände benötigt. Was sie so gut macht, ist ihr einzigartiger "stealth mode", also ihre Fähigkeit, nicht aufzufallen. 

  • Weil Lamas dicke Wolle tragen, könnten sich Soldaten gut hinter ihnen verstecken und so nicht auf Wärmebildkameras entdeckt werden. 
  • Außerdem seien die Tiere an Stress gewöhnt und würden selbst bei einem Granat-Einschlag oder Beschuss ruhig bleiben.
Tiere in der Armee sind kein neues Phänomen. Hier sind noch mehr Beispiele:
Viele Tiere werden zum Transport eingesetzt, zum Beispiel Esel, Ochsen, Kamele, Pferde. In Schweden und Russland wurden auch (erfolglos) Elche getestet.
In der Antike auch sehr als Transport- und Kampftier beliebt: der Elefant. Hannibal brachte sie sogar von Afrika über Spanien und die Alpen – um Rom anzugreifen.
Auch Löwen und Schweine wurden in historischen Schlachten im Kampf eingesetzt. In China kamen in Öl getränkte Affen zum Einsatz – die angezündet wurden.
Im Zweiten Weltkrieg experimentierten Armeen mit Bomben zündenden Tieren. "Panzerabwehrhunde" wurden mit Sprengstoff unter Fahrzeuge gejagt.
Tauben wurden als Briefträger verwendet oder mit Überwachungskameras ausgerüstet.
Heute werden vor allem Tiere eingesetzt, die Kampfstoffe aufspüren sollen. Bienen und Ratten wittern Sprengstoff, Delfine erkennen Unterwasser-Minen.
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Warum sollen sie nun ausgetauscht werden?

Die Armee will Kosten für die Versorgung der Tiere einsparen. Die Pläne gibt es schon länger, erst jetzt wird aber laut Haaretz an einer Alternative gearbeitet: neue Kampfroboter sollen die Tiere ersetzen. 

Die Roboter können bis zu 500 Kilogramm an Equipment tragen. Wie auch zuvor die Lamas sind sie unbewaffnet und sollen nur zum Tragen eingesetzt werden. 

Die israelische Armee – kurz IDF – gehört zu den schlagkräftigsten Armeen im Nahen Osten. Frauen wie Männer sind zum Militärdienst verpflichtet, für Frauen dauert die Wehrpflicht 21, für Männer 36 Monate. Es gibt nur wenige Ausnahmen.

  • Israel sagt, die starke Armee sei nötig, um sich gegen die arabischen Nachbarländer zu verteidigen. Offiziell befindet sich Israel mit vielen Ländern im Krieg.
  • Kritiker sagen hingegen, die israelische Armee wende unnötige Gewalt an – Soldaten schützen unter anderem israelische Siedler, die Gebiete im eigentlich palästinensischen Westjordanland besetzen.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern

Um den Gazastreifen und das Westjordanland gibt es zwischen Palästinensern und den Israelis immer wieder heftige Kämpfe. In den vergangenen Jahren häuften sich die Anschläge radikaler Palästinenser. Sie attackierten Polizisten mit Messern, fuhren mit Autos in Bushaltestellen voller Menschen. Immer wieder töten israelische Sicherheitskräfte Palästinenser nach Angriffen und Protesten.

Viele Politiker plädieren für eine Zweistaaten-Lösung, auf beiden Seiten gibt es aber auch Gegner dieses Plans. Bei einer Zweistaaten-Lösung wird in der Regel von den Grenzen von 1967 gesprochen. Dieser Bereich reicht für das Westjordanland nördlich von Jenin bis kurz vor Beer Scheva und würde Jerusalem teilen. Ein palästinensischer Staat würde außerdem den Gaza-Streifen einschließen.

Die Uno betrachtet alle jüdischen Siedlungen in den besetzten Gebieten als Verstoß gegen das Völkerrecht, auch die Europäische Union und die USA kritisieren Israel immer wieder dafür. Im April 2014 stoppten vor allem wegen der Siedlungspolitik die Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern.


Tech

Facebook öffnet die Türen zu seinem Löschzentrum (ein bisschen)

Facebook hat seinen eigenen Umgang mit Hass und Gewalt. Manche Posts und Kommentare werden sehr schnell gelöscht – andere hingegen "entsprechen den Gemeinschaftsstandards" und dürfen bleiben. Selbst, wenn es um rassistische, sexistische oder gewaltverherrlichende Posts geht. 

Jetzt hat Facebook Journalisten Einblicke in sein deutsches "Löschzentrum" gewehrt.

Dort sitzen Mitarbeiter und entscheiden, welche Kommentare deutscher Nutzer okay sind und welche nicht. Das Bürogebäude steht in Berlin, mehrere Mitarbeiter gaben unter anderem dem WDR und SPIEGEL ONLINE Antworten.