Es geht bei Schönheitswettbewerben vor allem um Äußerlichkeiten. Frauen präsentieren ihren Körper, quälen sich dafür mit Ernährungsplänen und stehen unter einem enormen Druck. Nur wer perfekt auftritt, kann gewinnen. 

Island macht es dieses Jahr mal wieder etwas anders: Als Teilnehmerin für "Miss Island" haben die Veranstalter dieses Jahr Stefanía Töru Þrastardóttir nominiert, ein isländisches Plus-Size-Model. 

Die 22-jährige Stefania beschreibt sich selbst als "normales Mädchen aus Akureyri", einer Stadt in Island. Sie arbeitet als Make-Up-Artist und macht eine Ausbildung zur Friseurin. Stefanias Reaktion in einem Statement auf IcelandMonitor zeigt, wie ungewöhnlich ihre Teilnahme noch zu sein scheint: 

"Wenn du so schwer bist wie ich, denkst du, dass es unmöglich ist, dafür gewählt zu werden."

Sie sieht ihre Nominierung aber positiv für die zukünftige Entwicklung von derartigen Wettbewerben: "Ich freue mich sehr, dass sich Dinge ändern und eine vielfältigere Gruppe von Frauen auch teilnehmen können," sagt sie. 

So zeigt sich Stefania bei Instagram:
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Stellt Island jetzt neue Regeln für Schönheitswettbewerbe auf? 

Wohl eher nicht. Nach wie vor sind diese Wettbewerbe oberflächlich und bewerten Menschen nach ihrem Aussehen. Und sollte Stefania im isländischen Wettbewerb gewinnen, würde sie außerdem gegen internationale Konkurrentinnen antreten – vermutlich keine Plus-Size-Models.

Vielleicht ist das Ganze einfach eine PR-Aktion: Stefania bewarb sich bereits 2016 für den Wettbewerb – und wurde abgelehnt. 

Dieses Jahr wurde sie zum Vorstellunggespräch eingeladen. Ein Grund dafür könnte die Aufregung aus dem letzten Jahr sein: Die Teilnehmerin Arna Ýr Jónsdóttir stieg  aus dem Wettbewerb aus – weil der Veranstalter sie als "fett" bezeichnete. Ihr damaliges Statement an den Veranstalter:

"Wenn man einen internationalen Schönheitswettbewerb veranstalten möchte, sollte man internationale Schönheit auch erkennen können."
Arna Ýr Jónsdóttir
Es wird also vermutlich auch in Zukunft bei Schönheitswettbewerben nicht um einen besonders tollen Charakter gehen. 

Today

Skandinavische Nazis dürfen nicht "Nordfront" heißen – wegen einer deutschen Eisfirma

Tiefkühlgemüse 1 – Neonazis 0. Das ist das Ergebnis eines Rechtsstreits zwischen einer deutschen Tiefkühlfirma und skandinavischen Rechtsextremen. 

Es geht um den Namen "Nordfront". Diesen wollte sich die "Nordiska Motståndsrörelsen" registrieren lassen, die "Nordische Widerstandsbewegung". Die Gruppe ist ein Zusammenschluss von Rechtsextremen, der in Schweden, Finnland, Norwegen und auf Island unterwegs ist. Sie gilt als eine der großen nationalsozialistischen Propagandabewegungen in Schweden (Expo).