Ein YouTube-Video wirbt für einen Besuch im "Islamic State of Germany". Das Oktoberfest wird ohne Schweinefleisch und Bier gefeiert, der Kölner Dom ist eine Moschee – der übliche Wahn von Rechtsaußen. Ungefähr so wichtig wie eine Rede von Erika Steinbach.

Nun berichten vor allem deutsche Medien: Das "Trump-Lager" würde Deutschland in den Wahlkampf-Schmutz ziehen. Das Video "zieht seit Montag Kreise". Es ist ein "US-Wahlspot". Oder einfach nur "Trump wirbt mit absurdem Wahlkampf-Video".

Naja, nicht ganz.

Das Video stammt von einer Gruppe Namens "Secure America Now", die auf YouTube gegen den Islam und Flüchtlinge hetzt und damit auf rund 1800 Abonnenten kommt. Auf Facebook sind es dann schon 3,3 Millionen. Eine Agentur in Texas namens Harris Media hat das Video für die Lobbygruppe produziert. (Morgenpost)

Eine Suche mit Google News zeigt außerdem: In den US-Medien spielt es praktisch keine Rolle. Donald Trump und seine Kampagne verbreiten das Video auch nicht selbst. Aber weil Trump in seinem Wahlkampf gegen Muslime hetzt, wird es nun ihm zugeschrieben.

Dafür zahlt jemand Geld, um das Video Twitter-Nutzern in Deutschland gezielt als Werbung auszuspielen. Twitter, oder wie man auch sagen könnte: Der größte Journalisten-Club des Landes.

Damit bekommt der hässliche Clip mehr Aufmerksamkeit, als eigentlich nötig ist.

Die US-Wahl auf bento: Am 8. November fällt die Entscheidung, ob künftig Donald Trump oder Hillary Clinton das mächtigste Land der Welt regiert. Hier sind alle Beiträge

Today

Wäre Michelle Obama nicht die bessere Präsidentin?

In genau einer Woche wählen die USA einen neuen Präsidenten. Bislang hat Michelle Obama immer bekundet, dass sie niemals dieses Amt übernehmen möchte. Dabei sind ihre Reden bei Wahlkampfauftritten von Hillary Clinton mitreißender als die der Anwärterin aufs Weiße Haus selbst.

Im Video erklären wir, warum viele Amerikaner glauben, dass sie die geeignetere Kandidatin wäre.