In Irving, einem Vorort von Dallas in Texas, haben rund ein Dutzend Islam-Gegner am vergangenen Samstag vor einer Moschee protestiert – maskiert, in Flecktarn gekleidet und mit Gewehren bewaffnet. Der Fernsehsender Fox 4 hat den Protest gefilmt:

(Das #2A im Tweet bezieht auf das Second Amendment, das Recht von Amerikanern, Waffen besitzen zu dürfen.)



Das selbsterklärte Ziel der Gruppe: Muslime einschüchtern. Das offene Tragen von Gewehren ist in Texas erlaubt. Auch wenn es nicht danach aussieht: Der Protest war völlig legal, berichtet "Mic". Die Polizei hatte die Moschee-Besucher im Voraus gewarnt, es kam zu keinen Zusammenstößen.

I may look like their version of a racist, but I'm not.
Islam-Gegner zu Fox 4

Der Sprecher der Gruppe, David Wright, bezeichnete die Waffen als Selbstschutz. Gleichzeitig sagte er: "We do want to show force."

Nicht genug damit, dass maskierte Männer mit Waffen andere Menschen bedrängen: Am Mittwoch veröffentlichten die Islam-Gegner dann die Namen und Adressen von Muslimen im Internet. Die Moschee in Irving hatte sich nach den Anschlägen in Paris schnell von den Attentätern distanziert.

Ist das ein Einzelfall?

Der Protest in Irving ist ein extremes Beispiel für die islamfeindliche Stimmung, die in Teilen der USA nun öffentlich wird. Dabei geht so ziemlich alles durcheinander: Flüchtlinge sind potentielle Terroristen, Muslime fast automatisch Islamisten. Präsidentschaftsbewerber Donald Trump fantasiert seit Tagen davon, alle Muslime registrieren zu wollen.

Das Repräsentantenhaus hat gerade beschlossen, die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien einzuschränken. Präsident Barack Obama will eigentlich 10.000 Syrer aufnehmen. Doch nach den Anschlägen sollen FBI und Homeland Security jeden einzelnen Flüchtling durchleuchten und garantieren, dass es sich nicht um einen Terroristen handelt. Im Senat können die Demokraten den faktischen Flüchtlings-Stopp noch verhindern.

Mehr: Wie Muslime jetzt unter Islam-Feindlichkeit leiden.

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