Bild: Majid Saeedi/Getty Images

Die Iraner haben sich für eine internationale Ausrichtung ihres Landes entschieden und Hassan Rouhani im Amt bestätigt. Nach der Auszählung von fast 100 Prozent der Stimmen kam Rouhani auf etwa 58 Prozent, wie das Innenministerium in Teheran mitteilte. 

Der erzkonservative Gegenkandidat Ebrahim Raisi verlor deutlich, während der Amtsinhaber etwa 22,8 Millionen Stimmen erhielt, entschieden sich 15,5 Millionen für Raisi. Die übrigen Kandidaten hatte keine Chance auf das Amt. (Tagesschau)

Die Wahlbeteiligung war enorm hoch, ungefähr 70 Prozent der Wahlberechtigten stimmten ab. Weil der Andrang so groß war, wurde die Abstimmung bis in die Nacht verlängert.

Der Iran

  • 1979 stürzten die Iraner in einer Revolution den autokratisch regierenden Schah – seitdem ist das Land eine islamische Republik. Bestimmt wird Politik und Wirtschaft des Landes vom Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei.
  • Mit den USA gab es viele Jahre keine diplomatischen Beziehungen. Mit dem Atomabkommen gelingt jedoch seit Anfang 2016 wieder eine Annäherung – dies gilt als großer Erfolg des Präsidenten Hassan Rouhani.
  • Dennoch: Frauenrechte bleiben im Land weiter eingeschränkt, Geheimdienste und Polizisten kontrollieren die Gesellschaft. 2016 gab es 567 Hinrichtungen, im Vorjahr knapp 1000 (Al-Jazeera).
Was will Rouhani?

Mit den beiden Kandidaten Rouhani, 68, und Raisi hatten die Bewohner des Landes die Wahl zwischen zwei konträren Entwicklungen. Rohani steht für einen internationalen Kurs. Raisi steht für die Abschottung. Er hatte zwar die Unterstützung der staatlichen Medien und der hohen Geistlichen – und scheiterte trotzdem. 

Rouhani ist ein liberaler Politiker, der den Iran modernisieren will. Seit 2013 ist er im Amt und hat in dieser Zeit mit dem Westen einen Atomdeal ausgehandelt, Sanktionen wurden gelockert. Soziale Medien wurden leichter zugänglich. 

Trotzdem steht Rouhani vor einer großen Herausforderung. Denn im Iran führt zwar der Präsident das Land, aber über ihm steht der religiöse Wächterrat, ein Zusammenschluss schiitischer Geistlicher unter Ali Khamenei. Die Religiösen steuern die Politik und das Militär, kontrollieren große Teile der Wirtschaft und regeln das gesellschaftliche Miteinander.

Wir haben junge Frauen gefragt, was sie sich für die Zukunft ihres Landes wünschen:


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