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Und er ist nicht der Einzige...

Iran soll von spionierenden Eidechsen heimgesucht werden. Zumindest, wenn es nach Hassan Firuzabadi geht, dem ehemaligen iranischen Generalstabschef des Militärs. 

In einem Interview mit der iranischen Nachrichtenagentur ILNA hat Firuzabadi vor Eidechsen gewarnt, die über ihre Haut angeblich "nukleare Schwingungen" wahrnehmen können (ILNA auf Persisch/CNBC auf Englisch). Damit sollen die Tiere das iranische Atomprogramm ausspähen.

Es wird noch absurder: Die Eidechsen seien von ausländischen Spionen ins Land geschleust worden, die sich als Umweltaktivisten verkleidet hätten.

Firuzabadi erzählt weiter, das alles sei schon vor Jahren passiert – die falschen Umweltaktivisten seien festgenommen worden. Und natürlich die Eidechsen.

  • Der Hintergrund: 

Der Iran hat ein eigenes Atomprogramm, nach offiziellen Angaben nur zur zivilen Nutzung. Andere Länder, vor allem die USA und Israel, befürchten jedoch, iranische Wissenschaftler bastelten heimlich an Atomwaffen. Viele Jahre wurde der Iran daher international isoliert, Anfang 2016 einigte sich das Land mit dem Westen schließlich auf einen Atomdeal. (Hier erfährst du mehr dazu bei bento.)

Trotzdem bleibt die Lage angespannt – so sehr, dass iranische Militärs schon Albträume von Eidechsen bekommen. Die tierischen Spione im Iran sind kein Einzelfall.

In vielen Ländern im Nahen Osten herrscht regelmäßig Paranoia, wenn es um verdächtige Vierbeiner geht:

Der LIBANON hat 2016 behauptet, Israel würde das Land mit einem Geier ausspionieren. Der Vogel wurde eingefangen, erst nach einer Uno-Intervention wurde er wieder freigelassen. (BBC)
In ÄGYPTEN wurde 2013 ein Storch mit GPS-Gerät eingefangen. Als herauskam, dass das Gerät von einer deutschen Uni angebracht wurde, kam er frei – und wurde direkt von wütenden Bürgern erschossen und gegessen. (Die Zeit)
ÄGYPTEN diskutierte 2010 außerdem mehrere "verdächtige" Hai-Angriffe auf Touristen. Die Regierung war sich einig: Israel muss Chemikalien ins Rote Meer gemischt haben, um mit wilden Haien den ägyptischen Tourismus zu schwächen. (BBC)
Die radikalislamische HAMAS will 2015 einen Delfin verhaftet haben, der angeblich für den israelischen Mossad die Küste vorm Gaza-Streifen ausspioniert. Das Tier soll Kameras und anderes Equipment an sich getragen haben. (CNN)
2012 behauptete der SUDAN, einen Spionage-Adler gefangen zu haben. Wenig später berichtete auch die TÜRKEI von Falken in geheimer Mission. Wieder einmal sollen sie von Israel ausgerüstet worden sein. (Times of Israel)
PALÄSTINA und SYRIEN werfen Israel immer wieder vor, Wildschweine trainiert zu haben, die Erntefelder zerstören oder gar Kinder angreifen. 2016 sorgte sogar eine angeblich abgerichtete Hyäne für Aufsehen – palästinensische Anwohner schlugen das Tier tot. (Gulf News/Jerusalem Post)
Und 2008 soll Israel "übernatürliche Zionisten-Ratten" in der Altstadt von Jerusalem ausgesetzt haben. Die Tiere hätten den Auftrag gehabt, die muslimischen Einwohner der Altstadt zu vertreiben. (Independent)
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Warum gibt es immer wieder solche absurden Geschichten?

Die Geschichten sollen das Volk zusammenhalten – und von innenpolitischen Problemen ablenken. Die Länder, in denen sie erzählt werden, sind Autokratien oder Diktaturen. Die Bürger werden unterdrückt, die Wirtschaft liegt oft brach, die Herrscher häufen trotzdem immer mehr Macht an.

Wenn Touristen ausbleiben oder Lebensmittelpreise steigen, liegt das an der schlechten Regierung – nicht an Eidechsen. 

Und was ist nun mit den atomfühligen Eidechsen aus dem Iran?

Die gibt es natürlich nicht. Firuzabadi hatte behautet, die Tiere könnten über die Haut "Atomwellen spüren" und so Informationen über das Atomprogramm sammeln. Unabhängig der Frage, wie die Eidechsen ihre "Informationen" jemanden erzählen können – auch sonst wird es absurd. 

Die Wissenschaftsseite "Live Science" hat aufgeführt, warum das Mist ist: Erstens gibt es gar keine "Atomwellen" und zweitens, falls Firuzabadi stattdessen Gamma-Strahlen gemeint hat, gibt es keine Eidechsen-Art, die sie fühlen kann. 


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