"Auf sie, auf uns, auf die Liebe, auf Frieden."

Es waren kraftvolle Worte für eine Entscheidung mit Wirkungskraft: Am Donnerstag erklärte der Oberste Gerichtshof von Indien einen Paragrafen für verfassungswidrig, der seit dem 19. Jahrhundert Homosexualität unter Strafe stellt. Das Urteil verlas der Richter Dipak Misra. Er sagte: 

„Keiner kann vor seiner Individualität fliehen. Die Verleugnung der eigenen Entfaltung ist wie der Tod.“

Paragraf 377 verbot "körperlichen Verkehr gegen die Naturgesetze mit Mann, Frau oder Tier", was gemeinhin als Kriminalisierung von Homosexualität gedeutet wurde. (Reuters)

Das Gericht erklärte in seinem Urteil, die Kriminalisierung von Sexualverkehr sei irrational und willkürlich. Zudem verstoße sie gegen die Verfassung. Der Paragraf sei außerdem zur Diskriminierung von Schwulen, Lesben und Transgendern eingesetzt worden. (bento)

In den meisten Nachbarländern Indiens ist Homosexualität nach wie vor eine Straftat, darunter Sri Lanka, Pakistan und Bangladesch.

In den sozialen Netzwerken Inderinnen und Inder diesen Sieg im Namen der Gleichberechtigung und Menschenwürde mit emotionalen Posts

"Wäre das vor zehn Jahren passiert – wir hätten so viele Leben retten können."

Viele berühmte Schauspielerinnen und Schauspieler aus Bollywood und indische Autorinnen und Autoren meldeten sich zu Wort.

Aktivistinnen und Aktivisten finden emotionale Worte für diesen Meilenstein: "Nieder mit den Grenzen der Liebe!"


Sogar berühmte indische Gurus äußerten sich positiv über das Urteil:

Andere kommentierten die Entscheidung mit Humor – ob das Datum wohl eine Bedeutung habe?

Nicht zuletzt erinnern viele daran, dass das Urteil nur der Anfang eines gesellschaftlichen Wandels sein kann. Indien und die Welt: Wir haben noch viel zu tun!


Gerechtigkeit

10.000 gegen 180: Hamburg zeigt Rechten, wer mehr ist

Rund 10.000 Menschen haben am Mittwoch in Hamburg gegen Fremdenhass und rechte Hetze demonstriert. 

Anlass war eine Kundgebung eines "Merkel muss weg"-Bündnisses, die nach monatelanger Unterbrechung nun wieder regelmäßig in der Hansestadt stattfinden soll. Bei den Organisatoren handelt es sich nach Angaben des Hamburger Verfassungsschutzes um Rechtsextremisten, die auch Verbindungen zur AfD haben sollen.