Bild: Lea Sleimann
Und was du tun musst, um dein Buch verlegen zu lassen.

Independent-Verlage sind klein und haben oft geringe mediale Aufmerksamkeit. Das heißt aber nicht, dass sie nicht wunderschön geschriebene Bücher herausbringen können. Und gleichzeitig Autoren, zum Beispiel dir, abseits von Kommerz eine Platform für ihre Werke bieten. Die größten Verlage Deutschlands sind laut Handelsblatt Cornelsen, Klett und der Wissenschaftsverlag von Springer. Der Indiebookday versucht Verlagen zu helfen, gegen solche Riesen anzukommen.

So funktioniert der Indiebookday:

Du gehst in einen Buchladen und wenn dir ein Buch von einem möglichst unabhängigen, unkommerziellen Verlag gefällt, postest du ein Bild davon auf einem sozialen Netzwerk. So wird Autoren ein breiteres Publikum ohne aufwändig finanzierte Werbung möglich, das sie sich sonst nur mit etablierten Verlagen oder durch hohe Verkaufszahlen leisten könnten.

Der jüngste Indiebookday fand am Samstag statt. Buchläden auf aller Welt haben mitgemacht – vor allem findet das Event allerdings im Netz statt.

Wie Indiebooks verlegt werden

Wir waren vergangenen Samstag beim Indiebookday im Kulturkaufhaus Dussmann in Berlin und haben Stefanie Ericke getroffen. Die 38-Jährige ist Verlegerin bei mairisch, der Verlag hat den Indiebookday vor drei Jahren ins Leben gerufen.

Wie finden Sie neue Autoren?

Das ist unterschiedlich. Am schönsten ist es, wenn wir sie selbst entdecken. Zum Beispiel Finn-Ole Heinrich, den wir auf einem Poetry Slam kennengelernt haben. So entsteht freundschaftliche Zusammenarbeit. Ansonsten geht es über Kontakte, dass jemand jemanden kennt oder vorschlägt. Einfach ein Manuskript einzusenden, ist nicht mehr gefragt.

Wenn du dich mit dem Verlag auseinandergesetzt hast und findest, dass das eigene Buch gut hineinpasst, dann schreib genau das: Warum dein Buch zu uns passt. Dann werden wir es auch lesen. Agenturen spielen auch eine große Rolle. Wenn du dein Buch wirklich verlegen lassen willst, solltest du dir überlegen, dir eine Agentur suchen, die dich an Verlage vermittelt. Das kostet nichts, nur später gehen etwa zehn Prozent der Einnahmen an sie. Dort hat man alle wichtigen Kontakte und kann helfen, dein Buch einzuordnen.

Wie entscheiden Sie sich für oder gegen ein Buch?

Da gibt es keine pauschalen rationalen Kriterien. Das Buch sollte berühren oder im Inneren ansprechen. Oft wird auch Nischenliteratur verlegt – wie zum Beispiel türkische Literatur. Es muss keiner kommerziellen Linie folgen, das Buch sollte etwas Besonderes an sich haben. Autoren müssen dafür auch nicht jung sein und das Buch muss sich inhaltlich nicht von kommerziell verlegten Büchern unterscheiden.

Es ist natürlich schön, wenn die Autoren sympathisch sind, weil wir eng mit ihnen zusammenarbeiten. Diese haben auch mehr Möglichkeiten mitzubestimmen. Viele Autoren sind in kommerziellen Verlagen unglücklich über die Coverwahl. Wir haben wenig Mitarbeiter und verlegen nur fünf bis acht Bücher pro Halbjahr. Dafür steht der ganze Verlag hinter einem Buch, wenn wir es herausbringen.

Diese beiden Fundstücke empfehlen uns Indie-Verleger

Wir haben Literaturliebhabende nach ihren Buchempfehlungen gefragt.

"Zátopek" - Jan Novák & Jaromir 99

Daniel Beskos von mairisch:

"Zum Indiebookday empfehle ich die Graphic Novel 'Zátopek', erschienen bei Voland & Quist: Ein toller Comic über das Leben eines großen Läufers, der nicht nur sportlich, sondern auch moralisch für viele ein Vorbild war. Stilistisch und dramaturgisch großartig umgesetzt."

"Die Verschwörung der Tauben" – Vincenzo Latronico

Alexander Weidel von secession:

"Dieses Buch handelt von zwei jungen Typen, die glauben, mehr zu verdienen als das Leben ihnen bereitstellt. Auf verschiedene Arten versuchen die Beiden, ihr Glück zu finden. Es behandelt die Spieltheorie, Skrupellosigkeit - sehr siffig geschrieben, aber genial."