Dieses Urteil ist eine deutliche Ansage: Zwei Männer sind am Montag in Berlin wegen Mordes verurteilt worden. Lebenslange Haftstrafe, 25 Jahre Gefängnis, lebenslange Führerscheinsperre.

Die jungen Männer hatten sich nachts in der Berliner Innenstadt ein Rennen geliefert – mit bis zu 170 km/h und ohne Rücksicht auf rote Ampeln. Dabei crashte einer von ihnen seinen Audi in den Jeep eines 69-Jährigen, der noch im Wrack an den Folgen des Unfalls starb. (Welt)

Das Urteil des Landgerichts ist noch nicht rechtskräftig, die Verurteilten können in Berufung gehen. Es wäre das erste Mal, dass Raser wegen Mordes verurteilt werden. (Deutschlandfunk)

Der Audi-Fahrer, 28 Jahre alt, hatte eine Ausbildung zum KfZ-Mechatroniker abgebrochen und war vierfach vorbestraft. Sein Auto: ein Audi A6 3.0 TDI Quattro. Sein Spitzname: "The Transporter", nach den Actionfilmen mit Jason Statham.

Auch sein Renngegner, ein 25-jähriger Ex-Soldat, wurde wegen Mordes verurteilt. Er fuhr einen Mercedes Benz AMG CLA 45 mit 381 PS. Es existiert ein Handyvideo, in dem er als Beifahrer in einem Auto sagt:

"Das ist der Lifestyle. Wir ficken die Straße."​
Verurteilter Raser

Bisher kommen Raser glimpflich davon: Teilnehmer illegaler Rennen droht bisher nur ein Bußgeld von 400 Euro und ein Monat Fahrverbot, die Veranstalter zahlen 500 Euro Bußgeld. Kommt es zu tödlichen Unfällen, lautet die Anklage fahrlässige Tötung oder Totschlag.

"The Transporter" und sein Kollege sind keine Randerscheinungen: Allein in Nordrhein-Westfalen registriert die Polizei 230 illegale Straßenrennen pro Jahr.

Die Politik will deswegen handeln: Der Bundesrat hat im vergangenen Jahr ein Gesetz auf den Weg gebracht. Die Teilnahme an Rennen soll den Entzug des Führerscheins und bis zu zwei Jahre Haft nach sich ziehen. Der Bundestag muss dem Gesetz aber noch zustimmen und Details sind ungeklärt, etwa ob die Straßenverkehrsordnung geändert werden soll oder doch das Strafgesetzbuch. (Süddeutsche)


Today

Ein deutscher Journalist kommt in der Türkei in Haft – jetzt gibt es Protest
#FreeDeniz

Der Journalist Deniz Yücel kommt in der Türkei in Untersuchungshaft. Zwei Wochen lang saß der Reporter der "Welt" bereits in Polizeigewahrsam. Am Montag erließ ein Gericht Haftbefehl. (Welt)

Der Vorwurf: "Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung."

Yücel hatte – wie andere Journalisten auch – über E-Mails des Energieministers berichtet. Darin geht es um die gezielte Manipulation der öffentlichen Meinung. Der Energieminister ist ein Schwiegersohn des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. (bento)