Bild: Jens Kalaene/dpa
Drei Antworten zu Onlinehandel, Rückgabe und Filialen

Ein neuer Chef bringt meistens einiges an Veränderung in ein Unternehmen. Der neue Ikea-Deutschland-Chef Dennis Balslev, der seit dem 1. Januar 2018 dabei ist, ist da offensichtlich keine Ausnahme: Ikea wird sich in Zukunft mehr auf den Onlinehandel konzentrieren, weiter in die Innenstädte ziehen und mit dem großzügigen Rückgaberecht ist jetzt auch Schluss.

Die drei neuen Änderungen im Detail:

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Ikea möchte sich mehr auf den Onlinehandel konzentrieren – und innerhalb von drei Stunden liefern.

Echtes Einkaufen ist out. Der Online-Umsatz von Ikea Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich zweistellig gewachsen. Darauf möchte das Unternehmen weiter aufbauen: Um die Lieferzeiten bei Online-Bestellungen zu verkürzen, plant Ikea mittelfristig sechs bis neun neue Verteilzentren in Deutschland. Dafür sollen 300 bis 400 Millionen Euro investiert werden. (bento)

Auch im Gespräch mit der Welt betont Ikea-Deutschland-Chef Dennis Balslev: "Online ist mein großes Thema." Ein großes Ziel von ihm sei es, die Lieferzeiten von Online-Bestellungen zu verkürzen – auf drei Stunden

Sich morgens überlegen "Ach, ich glaube, ich brauch eine neue Kommode" und nachmittags schon aufbauen? 

Zumindest in den großes Städten wie Berlin, Köln, München und Hamburg oder auch in Ballungsgebieten wie Rhein-Main oder dem Ruhrgebiet soll das dann möglich sein. "Dort wollen wir in Zukunft innerhalb von drei Stunden liefern. Spätestens aber am nächsten Tag." (Welt

Aktuell sind Bestellungen aus dem Ikea Onlineshop mit dem Standardversand noch fünf bis sechs Tage unterwegs.

Heißt das, es wird bald weniger Ikea-Filialen geben? Jain.

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Die Ikea-Filialen sollen dafür weiter Richtung Innenstadt ziehen. Aber was passiert mit den geplanten großen Filialen im Umland?

Mit einem Einkauf bei Ikea sind bei den meisten von uns feste Rituale verbunden, allen voran ein abschließender Besuch beim Hot-Dog-Stand. Warum sich den jetzt nicht einfach mal in der Mittagspause gönnen? Denn der Weg zu Ikea könnte sehr viel kürzer werden.

Ikea möchte weiter Richtung Innenstadt ziehen und mehr Filialen in Innenstädten eröffnen. Erste Erfahrungen damit hat Ikea seit 2014 mit dem City-Store in Hamburg-Altona gesammelt. "Wir werden Altona so aber nicht wiederholen. Wir wollen individuelle Standorte entwickeln, zum Beispiel ohne komplettes Warenlager", sagte Johannes Ferber, Expansionschef von Ikea Deutschland. (bento)

Aber hatte Ikea nicht geplant, gut 20 neue klassische Filialen (mit Warenlager und allem drum und dran) in Deutschland zu eröffnen? (Wunderweib)

Ja, aber jetzt halt doch nicht mehr. 

  • Bottrop und Castrop-Rauxel bekommen doch keine (weiteren) Ikea-Häuser.
  • MemmingenNürnberg und München-Eching werden geprüft, ob und wenn ja, in welcher Form sie ihre Kaufhäuser bekommen.
  • In Essen wird die bestehende Filiale umgebaut. In Bochum und Herne sollen neue Geschäfte entstehen.

Wie weit die Pläne an den Standorten waren, die jetzt doch keine Ikea-Filiale bekommen (vor allem was Arbeitsplätze beim Bau und in den zukünftigen Filialen angeht), ist nicht bekannt.

3

Mit dem extrem langen Rückgaberecht ist Schluss.

Früher hatte man bei Ikea ein zeitlich unbegrenztes Rückgaberecht. Man konnte seine Waren unabhängig vom Zustand ohne Angabe von Gründen zurückgeben und den Kaufpreis erstattet bekommen. 

Das hatte man bereits zum Herbst 2016 verschärft: Seitdem haben die Kunden "nur noch" ein Jahr Zeit, um ihre – zum Teil benutzten – Waren umzutauschen. 

Jetzt verschärft Ikea sein Rückgaberecht nochmal: Die Kunden könnten bei Einkäufen ab dem 1. September 2018 Waren nur dann gegen Erstattung des Kaufpreises zurückbringen, wenn sie neu und unbenutzt sind – so berichtet "Die Welt"

"Durch die Einschränkung des Rückgaberechts auf unbenutzte Produkte wollen wir auch sicherstellen, dass Kunden Möbel und Einrichtungsgegenstände nicht nach kurzem Gebrauch entsorgen, sondern den Wert des Produkts schätzen im Sinne des Ressourceneinsatzes, der dafür nötig war", sagte Ikea-Deutschland-Chef Dennis Balslev der Zeitung. 

Es solle aber auch Missbrauch vorgebeugt werden. "Wir hören aus den Häusern, dass Jahr für Jahr kurz vor dem Ablauf der Umtauschfrist immer die gleichen Leute auftauchen und ihr Geld zurückverlangen", sagte Balslev. 


Mit Material von dpa


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