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Seine Rücktritte und Rücktritts-Rücktritte in richtiger Reihenfolge

Horst Seehofer will nicht mehr – dieses Mal wirklich. Am Freitag hat der CSU-Chef angekündigt, den Parteivorsitz am 19. Januar 2019 abzugeben. An dem Tag soll auf einem Sonderparteitag ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Seehofer teilte mit:

Das Jahr 2019 soll das Jahr der Erneuerung der CSU sein.

Jetzt steht also fest: In 65 Tagen ist Seehofer kein CSU-Chef mehr. Innenminister will er allerdings bleiben.

Das war nicht immer so eindeutig. Seehofer hatte bereits einmal angekündigt, auch diesen Posten vorzeitig abgeben zu wollen. Dann aber doch wieder nicht. 

Du bist verwirrt? Hier sind alle Rücktrittserklärungen und Rücktritts-Rücktrittserklärungen in richtiger Reihenfolge:

  • 1992 wird Seehofer Gesundheitsminister unter Helmut Kohl. Zwei Jahre später drohte er damit, sein Ministerium aus Protest aufzulösen – weil ihm schlechtes Management bei einem Skandal um Aids-verseuchte Blutpräparate vorgeworfen wird. (Zeit)
  • 1995 will Seehofer erneut hinschmeißen: "Die Reform ist mir wichtiger als mein Job", sagt er über ein geplantes Gesetz – und bleibt dann doch bis 1998 im Amt.
  • 1998 wird Seehofer stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. 
  • 2004 tritt er von diesem Posten zurück. (Tagesspiegel)
  • 2005 wird er Minister für Ernährung, Agrar und Verbraucherschutz unter Angela Merkel.
  • 2008 tritt erst Erwin Huber als CSU-Chef zurück, später Günter Beckstein als Ministerpräsident von Bayern. Seehofer geht in die bayerische Heimat – und übernimmt beide Posten. (SPIEGEL ONLINE)
  • Im Oktober 2016 gibt Seehofer bekannt, eines seiner beiden Ämter bereits 2017 abgeben zu wollen.
  • 2017 wird dann doch nichts draus.
  • Im Dezember 2017 verkündet Seehofer immerhin, den Posten als bayerischer Ministerpräsidenten abgegen zu wollen.
  • Im März 2018 tritt Seehofer vom Amt zurück, will aber CSU-Chef bleiben. Nachfolger auf dem Ministerposten wird Markus Söder.
  • Ebenfalls im März 2018 wurde Seehofer zum Innenminister berufen – wieder unter Merkel.
  • Im Juli 2018 zerstreiten sich Merkel und Seehofer über eine gemeinsame Asylpolitik (bento). Seehofer droht an einem Sonntagabend mit seinem Rücktritt als Innenminister wie CSU-Chef.
  • Einen Tag später rudert er zurück. So sei das nicht gemeint gewesen.
  • Mitte November, einem Sonntag, sagt Seehofer, dass er sich demnächst zu einem Rücktritt als CSU-Chef äußert – und dass das auch bedeute, als Innenminister Lebwohl zu sagen. (Welt)
  • Einen Tag später bestätigt er, als CSU-Chef zu gehen. Vom Rücktritt als Innenminister will er aber plötzlich nichts mehr wissen. (bento)
  • Weitere vier Tage später bestätigt Seehofer noch mal, wann als CSU-Vorsitzender Schluss ist: nämlich im Januar 2019.

Haha

Bungrig, merzen, kidsplaining: Wähle das Rentnerwort 2018!
Das Jugendwort kann einpacken.

Der Langenscheidt-Verlag hat wieder ein "Jugendwort des Jahres" gekürt. Mal wieder. In diesem Jahr gewann "Ehrenmann / Ehrenfrau" die Online-Abstimmung.