Bild: dpa / Lino Mirgeler
Aber er sagt auch: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland."

Seit Mittwoch ist Horst Seehofer von der CSU neuer Innen- und Heimatminister. Die "Bild" hat ihn in seiner neuen Funktion gefragt, ob der Islam zu Deutschland gehört. In den vergangenen Jahren hatten das Politiker der CDU mehrfach betont.

  • Im Jahr 2010 hatte der damalige Bundespräsident Christian Wulff gesagt: "Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland."
  • Fünf Jahre später sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hat gesagt: Der Islam gehört zu Deutschland. Und das ist so. Dieser Meinung bin ich auch."

Und was sagt nun Merkels neuer Heimatminister?

Die Frage der "Bild": "Immer mehr Muslime suchen in Deutschland eine neue Heimat. Gehört der Islam zu Deutschland?"

Die Antwort von Horst Seehofer:

"Nein. Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Deutschland ist durch das Christentum geprägt. Dazu gehören der freie Sonntag, kirchliche Feiertage und Rituale wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir deswegen aus falscher Rücksichtnahme unsere landestypischen Traditionen und Gebräuche aufgeben."

Die "Bild" macht daraus die Schlagzeile: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland".

Genauso könnte man auch drei Sätze weiter gehen und Seehofer mit dem folgenden Satz zitieren: "Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland.

Aber machen wir uns nichts vor:

Horst Seehofer will vor allem mit einer AfD-Parole bei Rechten und Konservativen punkten. Seine CSU hat sich vehement gegen den Familiennachzug eingesetzt, in der Flüchtlingsfrage Angela Merkel angegriffen und will mit Härte gegenüber Flüchtlingen der AfD Wählerstimmen wegnehmen.

Hinter der Frage stehen von Rechtspopulisten geschürte Ängste: Deutschland werde von Muslimen überrannt, die Bevölkerung werden heimlich ausgetauscht, die öffentliche Sicherheit sei gefährdet. Das sind allerdings Fake News. Nach einer aktuellen Studie leben in Deutschland gerade mal zwischen 5,4 Prozent und 5,7 Prozent Muslime. (Deutschlandfunk)

Die Frage an sich, ob eine Religion jetzt dazugehört oder nicht, ist schon seltsam: Das Grundgesetz die Religionsfreiheit: Jeder kann glauben (oder auch nicht) was sie oder er möchte. Der Staat darf niemanden wegen seines Glaubens beeinträchtigen.

Und dann ist da noch das Geraune von "falscher Rücksichtnahme".

Seehofer sagt in dem Interview, dass Muslime für ihn dazugehören: "Das bedeutet natürlich nicht, dass wir deswegen aus falscher Rücksichtnahme unsere landestypischen Traditionen und Gebräuche aufgeben."

Ohne konkrete Fakten ist das nichts als Geraune. Wir sollen uns merken: Unsere Traditionen und Gebräuche scheinen irgendwie in Gefahr zu sein. Seehofer spielt mit dumpfen Ressentiments, ohne konkret zu werden.

"Falsche Rücksichtnahme" sagen vor allem diejenigen, die keine Lust auf eine tolerante und offene Gesellschaft haben. Das ist in Deutschland nicht ganz einfach, weil die Menschen hier mehrheitlich Rücksichtnahme völlig okay finden und nicht jedem vorschreiben wollen, wie sie oder er genau zu Leben hat. 

Der Heimatminister sieht das offenbar anders. Die AfD-Fans weiß er dabei an seiner Seite.


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