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Die 3 wichtigsten Antworten.

Seit 111 Tage ist Horst Seehofer Minister für Inneres, Bauwesen und Heimat. Sein Ziel: ein straff geführtes Deutschland, geschlossene Grenzen, härtere Asylpolitik.

Nun scheint Horst Seehofer als Innenminister gescheitert – sein Rücktritt steht im Raum.

Was ist zwischen CDU und CSU passiert?

Seehofer liegt seit Wochen im Streit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es geht um Asylpolitik: Die Kanzlerin will eine europäische Lösung, Seehofer zieht einen Alleingang vor. (Hier findest du eine Chronik mit den Ereignissen der vergangenen Wochen)

Seehofer hatte einen "Masterplan" für den Umgang mit Flüchtlingen ausgearbeitet. Am Wochenende lief ein von ihm gestelltes Ultimatum aus, mit dem sich Merkel zum Plan positionieren sollte. Weil es keine Einigung gab, brachte Seehofer am späten Sonntagabend seinen Rücktritt als Innenminister und CSU-Chef ins Spiel.

In einem EU-Gipfel hatte Merkel zuvor tatsächlich Ideen beschlossen, die dem "Masterplan" nahekommen – Seehofer aber reichen sie nicht.

So ganz zurücktreten will Seehofer allerdings noch nicht. Er macht seine politische Zukunft von neuen Gesprächen mit der CDU abhängig. Das erklärte Seehofer dann in der Nacht auf Montag nach einer CSU-Vorstandssitzung in München. 

Warum ist das wichtig?

Was zwischen CDU und CSU passiert, betrifft viele. Denn es geht in dem Streit um mehr als nur Seehofers politische Zukunft. Nämlich: 

  • um das Fortbestehen der Union. CDU und CSU sind Partnerparteien seit Beginn der Bundesrepublik - nun könnte der Streit zwischen Merkel und Seehofer das historische Bündnis beenden.
  • um die Zukunft der Großen Koalition. CDU/CSU hatten erst vor etwas mehr als 100 Tagen eine Regierung mit der SPD gebildet. Die droht nun zu scheitern, Neuwahlen drohen.
  • um die Einheit Europas. Um im Asylstreit voranzukommen, hatte Merkel auf einem EU-Gipfel anderen Staaten viele Zugeständnisse abgerungen. Das hin und her daheim macht Deutschland nun in Europa unglaubwürdig.
  • um Menschenleben. Was im Asylstreit beinahe vergessen wird: Es geht nicht um Politposten, sondern um Entscheidungen im richtigen Umgang mit Flüchtlingen. 

Wie geht es weiter?

Am Montag wollen Spitzenpolitiker von CDU und CSU zusammenkommen – und erneut verhandeln, was ihnen seit Wochen nicht gelingt. Dann soll es eine Entscheidung geben.

"Ich habe gesagt, dass ich beide Ämter zur Verfügung stelle, dass ich das in den nächsten drei Tagen vollziehe", sagte Seehofer am frühen Montagmorgen in München. Als "Zwischenschritt" werde er aber ein Gespräch mit der CDU führen, "in der Hoffnung, dass wir uns verständigen". Das Treffen ist für Montag, 17 Uhr geplant.


Mit Material von dpa


Fühlen

Männer in Radlerhosen, Nachbarn, Katzen: Auf dieser Seite hassen alle alles
Selbst Hass hassen sie.

Es geht leicht von der Zunge: "Ich hasse Rosinen!" Oder: "Ich hasse Sport!" In ganz misanthropischen Fällen auch: "Ich hasse Menschen!" 

Es ist möglich, wirklich alles und jeden zu hassen – das zeigt die Webseite www.ichhasse.es. Dort erzählen Leute anonym von Erlebnissen, Personen oder Dingen, bei denen die Wut in ihrem Bauch anfängt zu kochen.

Und das ist offenbar bei so ziemlich jedem Thema der Fall – von Schwaben bis zu Wohnmobilen.