Bild: Bayerischer Rundfunk
Seine fünf wichtigsten Zitate

Horst Seehofer hat mit seinem Rücktritt gedroht. Das heißt aber noch nicht, dass er auch wirklich zurücktritt – das hat die Vergangenheit bereits gezeigt. (bento)

Nun hat er das Thema aber zum ersten Mal seit dem schlechten CSU-Ergebnis bei der Landtagswahl in Bayern in einer Fernseh-Talkshow angesprochen. 

Was hat Seehofer genau gesagt?

  • "Man kann mich kritisieren, aber das zu reduzieren auf den Horst Seehofer, und der ist für alles verantwortlich, das werde ich persönlich nicht mitmachen", sagte Seehofer am Sonntag im Bayerischen Fernsehen.
  • "Noch mal mache ich einen Watschnbaum nicht mit", erklärte er. (Anmerkung der Redaktion: Das heißt so viel wie, er will sich nicht wieder eine "Ohrfeige" einkassieren.)
Eher stelle ich mein Amt als Parteivorsitzender zur Verfügung – ich glaube, klarer kann man sich nicht ausdrücken.
  • "Das ist halt ein einfaches Geschäft: Wenn man auf einen anderen zeigen kann, muss man sich nicht mit sich selbst beschäftigen", sagte er. 
  • Und auch bei der Bundestagswahl 2017 sei das schon so gewesen. Seehofer nörgelte und stellte sich als Opfer dar: "Obwohl ich gar nicht zur Wahl stand, in keiner Wahlsendung war, auf keinem Wahlplakat, war ich schon nach der Bundestagswahl der Hauptverursacher. Jetzt wieder."

Hier gibt es einen Mitschnitt. Die Diskussion um Seehofers Personalie kommt etwa nach 42 Minuten auf:

Sonntags-Stammtisch

Der Sonntags-Stammtisch mit Horst Seehofer und Christian Springer.

Posted by BR24 on Sunday, October 21, 2018

Wie ist die Landtagswahl in Bayern noch einmal ausgegangen?

Die CSU hatte bei der Landtagswahl in Bayern ihr schlechtes Ergebnis seit 1950 erzielt. Sie verlor mehr als 10 Prozentpunkte und bekam nur 37,2 Prozent der Stimmen.

Wie geht es jetzt weiter?

  • Der Bezirksverband CSU Schwaben verlangt einen Sonderparteitag, bei dem explizit über die "Aufstellung" für die kommenden Jahre entschieden werden müsse. 
  • Auch mehrere Kreisverbände fordern Seehofers Ablösung.

Wollte Seehofer nicht schon einmal zurücktreten?

Im Juli drohte die Große Koalition bereits zu zerbrechen. Dabei ging es vor allem um den Asylstreit zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Seehofer.

Im Interview am Samstag verteidigte er seine Position und erklärte, die ganze CSU, die Landtagsfraktion, die Staatsregierung, die Landesgruppe – alle hätten die gleiche Meinung vertreten wie er. Er sei sogar aufgefordert worden, "in diese Richtung tätig zu werden".

Im Kern ging es darum, ob Flüchtlinge an der deutschen Grenz abwiesen werden sollten. Seehofer forderte eine deutsche Lösung, Merkel eine europäsiche. Ihre Idee: Die EU entscheidet gemeinsam, was mit den Grenzen geschieht, nicht jedes Land für sich.

Während dieses Asylstreits im Sommer hatte Seehofer schon einmal mit Rücktritt gedroht. Am Ende blieb er dann doch im Amt.

Mit Material von dpa


Gerechtigkeit

Der Journalist Khashoggi ist tot, so droht die Welt Saudi-Arabien (oder auch nicht)

Jamal Khashoggi, der Kolumnist der Washington Post, ist tot. Die saudische Presseagentur spa bestätigte den Verdacht in der Nacht zum Samstag. Zuvor hatte die saudische Regierung die Vorwürfe, Khashoggi sei in einer diplomatischen Einrichtung umgebracht worden, zwei Wochen lang dementiert. (Mehr dazu bei bento)

Die Erklärung, wie es zum Tod Khashoggis gekommen sein soll, ist jedoch haarsträubend. Ein Faustkampf mit etwa 15 Beteiligten soll ausgebrochen sein, an dessen Ende Khashoggi nicht mehr am Leben war. Beweise hat das Königshaus bisher keine vorgebracht, 18 Menschen sollen verhaftet worden sein. 

So reagiert die Welt auf die Geschichte des saudischen Königshauses:

Die deutsche Regierung

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Heiko Maas veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung. In dieser heißt es: