Bild: BMI
"Klares Zeichen gegen weibliche Führung."

Die Bundesregierung hatte sich zum Ziel gesetzt, Gleichberechtigung endlich stärker zu fördern. Schon das eigene Kabinett sollte paritätisch besetzt werden – also zu gleichen Teilen aus Frauen und Männern.

Dafür hätte allerdings die CSU mindestens eines ihrer Ministerien mit einer Politikerin besetzen müssen. Hat sie aber nicht. (bento

Nun bekommt Innenminister Horst Seehofer Ärger von seiner Gleichstellungsbeauftragten – denn auch innerhalb seines Ministeriums gibt er Frauen keine Chance.

Die Gleichstellungsbeauftragte des Innenministeriums, Maria Spetter, warf Horst Seehofer in einem internen Schreiben vor, den Koalitionsvertrag zu verhöhnen. Er habe ausschließlich männliche Staatssekretäre für seine "Führungsmannschaft" gewählt, schreibt sie. 

Der CSU-Politiker hat so viele Staatssekretäre wie kein anderer aktueller Minister, insgesamt acht. Und alle acht sind Männer. Seehofers Vorgänger Thomas de Maizière hatte vier Staatssekretäre und immerhin eine Staatssekretärin im Innenministerium.

Das Schreiben ist bereits von Ende März, der "Zeit" lag es damals vor.

Nun hat auch das Blog "Frag den Staat" den wütenden Brief der Gleichstellungsbeauftragten veröffentlicht – und auch Seehofers Antwort darauf.

Spetter schreibt:

Ihre Personalentscheidungen treffen auf völliges Unverständnis im Haus.

Weibliche wie männliche Angestellte im Ministerium seien "ratlos" – immerhin sage der Koalitionsvertrag klar, dass sich das Innenministerium eigentlich dafür einsetzt, "bis 2025 gleichberechtigt Frauen wie Männer zu besetzen". 

Spetter fordert Seehofer daher auf: "Lassen Sie diesen Worten Taten folgen!"

So reagierte Seehofer in seinem Antwortschreiben: 

Für die "Bewältigung der anstehenden Herausforderungen" habe er die besten gesucht – und entsprechend benannt. An die Gleichstellungsbeauftragte schreibt er nur lapidar: 

"Die konkreten Gründe für die beabsichtigte Ernennung der neuen beamteten Staatssekretäre haben wir Ihnen jeweils erläutert. Sie hatten auch die Gelegenheit, dazu Ihr Votum als Gleichstellungsbeauftragte abzugeben. Von dieser Möglichkeit haben Sie Gebrauch gemacht. Gleichwohl habe ich mich entschieden, an der Besetzung festzuhalten."

Übersetzt also: Mir doch egal.

Allerdings gab er Spetter grundsätzlich recht:

Ich stimme Ihnen zu, dass die Besetzung von Frauen in Führungspositionen insgesamt in der Vergangenheit noch nicht angemessen erfolgt ist.

Da insgesamt mittlerweile 50 Prozent Frauen im Ministerium arbeiten würden, sehe Seehofer die Gleichstellung auf gutem Wege. Das mit Führungspositionen muss dann eben später kommen. Er wolle das bei anstehenden Personalentscheidungen "im Blick behalten."


Haha

Die besten Tweets von Alexander Gerst aus dem All
Endlich twittert er wieder.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat bei seiner letzten Weltraum-Mission vor vier Jahren schon mit seinen Tweets begeistert und interessante Phänomene gezeigt (SPIEGEL ONLINE). Wie man den Gaza-Krieg vom All aus sieht, zum Beispiel. Jetzt, bei seiner aktuellen Mission "Horizons", hat er endlich wieder angefangen zu twittern.