Bild: EPA/Erik S. Lesser

Der Täter trug ein Clownskostüm und hielt einen Baseballschläger in der Hand: Damit ging er laut der Polizei in der Nacht zum Freitag auf einen 19-Jährigen in Rostock los. Der Clown schlug mit dem Baseballschläger auf sein Opfer ein, schubste den Teenager zu Boden und bedrohte ihn. Der 19-Jährige trug Prellungen und Blutergüsse davon.

In der gleichen Nacht hat in Rostock außerdem ein Clown einen 15-Jährigen mit einem Messer verfolgt. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Fällen besteht, gab die Polizei nicht bekannt.

Klar ist: Auch in Deutschland ziehen sich Menschen Clownsmasken über und finden es witzig, andere zu erschrecken. Immer mehr solche Fälle gab es in den vergangenen Tagen – sie sind offenbar inspiriert von den zahlreichen "Clown Pranks" in den USA:

Hier könnt ihr den Artikel lesen:

Was ist in Deutschland bisher passiert?

Nicht nur in Rostock melden die Behörden "Clown Pranks". In mindestens sechs weiteren Fällen tauchten bislang Horror-Clowns auf:

  1. In Greifswald erschreckte am Donnerstag ein Clown eine 22-Jährige ("Nordkurier"), im niederrheinischen Wesel verfolgte ein Clown eine Frau mit einer Kettensäge (WDR).
  2. Zwei Clowns verletzten am Mittwoch in Gelsenkirchen einen gehörlosen 15-Jährigen mit dem Messer. Bereits zuvor erschreckten Clowns Kinder und Jugendliche, auch in Bochum ging ein Horror-Clown auf Kinder los ("WAZ").
  3. Im bayrischen Geiselhöring verängstigten mit Baseballschlägern bewaffnete Clowns am Mittwoch eine Gruppe von Kindern (BR).
  4. In der Nacht zum Montag überfielen drei bewaffnete Clowns in Potsdam einen Pizzaladen. Sie hatten unter anderem einen Taser dabei und verletzten damit einen Angestellten ("Märkische Allgemeine").
  5. Und am Samstag jagten zwei Clowns eine Radfahrerin in Leipzig mehrere hundert Meter weit ("Leipziger Volkszeitung").
Wie reagiert die Polizei?

Es ist nicht strafbar, als Clown verkleidet durch die Straßen zu laufen. Wenn die Clowns aber bewaffnet sind, können sie belangt werden.

Trotzdem warnen die Behörden: Wer andere Menschen erschreckt, riskiert, dass sie sich beim Stürzen verletzen oder zum Beispiel vor ein Auto laufen könnten.

Die Polizei Vorpommern-Greifswald sagte dem Clown aus Greifswald: "Also Du Möchtegern-Spaßvogel: Bitte Hirn einschalten."

Clowns sind nicht immer witzig Aus den Vereinigten Staaten haben wir es schon gehört. Jetzt ist diese Unsitte offenbar...

Posted by Polizei Vorpommern-Greifswald on Donnerstag, 20. Oktober 2016


Und auch die Polizei Niederbayern macht deutlich, was nicht erlaubt ist:

▬ ▬ ❗Schlechter Scherz ❗▬ ▬ Einen schlechten Scherz erlaubten sich wohl ein paar Jugendliche heute Morgen in Geiselhö...

Posted by Polizei Niederbayern on Mittwoch, 19. Oktober 2016
Woher kommt die Angst vor Clowns?

Die Furcht vor Clowns heißt Coulrophobie. Laut Harvard-Psychiater Steven Schlozman ängstigt Menschen, dass eine Clownsmaske zunächst wie ein normales Gesicht aussieht. Tatsächlich ist sie aber verfremdet, irgendetwas stimmt nicht mit ihr – das macht Angst. Eine ähnliche Verwirrung tritt zum Beispiel auch bei Zombies auf (Hier könnt ihr auf bento mehr zu Coulrophobie erfahren).

Was sagen echte Clowns zu den Horror-Scherzen?

Der Dachverband "Clowns in Medizin und Pflege Deutschland" findet die Vorfälle nicht witzig. In einer offiziellen Stellungnahme schreibt er: Grusel-Clowns sind "wirre Menschen, die ihre destruktiven Neigungen nur auf diese armselige Art ausleben wollen." Echte Clowns seien das genaue Gegenteil "zu solchen bedauernswerten Feiglingen, die sich hinter einer Maske verstecken."

Lass uns Freunde werden!


Future

"Ich habe mich ziemlich allein gefühlt": Was uns zum Semesterstart bewegt
Wir haben mit Erst- und Letztsemestern über ihr Studium gesprochen

In der ersten Uniwoche ist alles neu und aufregend und man hofft, dass alles genauso wird, wie man es sich vorstellt.

Doch was genau stellen sich Erstsemester eigentlich vor? Was erhoffen sie sich? Wovor sorgen sie sich in den ersten Unitagen? Und wird es dann tatsächlich so?

Wir haben mit Berliner Studenten über das Hochschulleben gesprochen. Die einen stehen erst am Anfang ihres Studiums – und die anderen sind fast fertig.