Bild: dpa/Marius becker

Die Hooligan-Kundgebung in Köln ist abgesehen von vereinzelten Auseinandersetzungen friedlich geblieben. Die im Vorfeld befürchteten schweren Krawalle blieben aus.

Am Sonntagnachmittag standen sich im Kölner Stadtteil Deutz Tausende rechtsextreme Demonstranten der Bewegung "Hooligans gegen Salafisten" ("Hogesa") und linke Gegendemonstranten gegenüber. Nach dem offiziellen Ende der Demonstration kam es immer wieder zu kleineren Zwischenfällen. Die Polizei versuchte, die beiden Lager zu trennen. Zwischenzeitlich musste deshalb der Kölner Bahnhof gesperrt werden, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger.

Positives Zwischenfazit der Polizei
Die Kölner Polizei ist mit dem Einsatz bisher weitestgehend zufrieden. Es habe einzelne Verletzte gegen, sagte ein Sprecher der Polizei zu bento. Die genaue Zahl sei noch unklar, allerdings sei sie bei weitem nicht so hoch wie im vergangenen Jahr. Bei der letzten Demonstration der Hooligans in Köln vor einem Jahr war die Situation völlig eskaliert: 50 Polizisten wurden damals bei Straßenschlachten verletzt. Heute war die Polizei deshalb mit einem Großaufgebot von 3500 Beamten vor Ort.
Wesentlich mehr Gegendemonstranten als Hooligans
  • Nach Angaben des WDR trafen 1000 Hooligans auf rund 10.000 Gegendemonstranten. Nach Informationen von bento könnten es sogar 15.000 oder 16.000 Gegendemonstranten gewesen sein.
Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und der Polizei
  • Laut Polizei sind am späten Vormittag einige Beamte von Linksextremen angegriffen worden. Sie versuchten, den Aufmarsch der Rechtsextremen zu blockieren. Die Polizei setzte Schlagstöcke, Reizgas und Wasserwerfer ein (SPIEGEL ONLINE).
  • Die Grünen-Landtagsabgeordnete Andrea Asch verurteilte den Einsatz der Wasserwerfer als völlig unverhältnismäßig (Kölner Stadt-Anzeiger).
  • Bei einer Schlägerei zwischen Hooligans und Gegendemonstranten im Bahnhof Köln Messe/Deutz wurden fünf Hooligans leicht verletzt (SPIEGEL ONLINE).
Warum die Demo so spät begann
  • Um die Kundgebung abhalten zu dürfen, mussten die "Hogesa" 50 Ordner stellen. Allerdings sollten die weder betrunken noch vorbestraft sein. Daran haperte es offenbar: Zehn Ordner wurden von der Polizei abgelehnt.
  • Die Kundgebung begann schließlich mit mehr als einer Stunde Verspätung (Kölner Stadt-Anzeiger).
"Kögida" sagt die eigene Demo ab

Eigentlich war auch eine Demonstration der "Kögida" angemeldet worden. Der Veranstalter hat die Demo aber inzwischen abgesagt. Er rief dazu auf, sich stattdessen der "Hogesa"-Kundgebung anzuschließen (Kölner Stadt-Anzeiger).

Der Hintergrund

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