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"Hey, das bin doch ich!"

Sie wollen sich dem Mainstream widersetzen und sehen am Ende doch wieder alle gleich aus: Ein Mathematikprofessor hat das Phänomen des Hipsters erklärt. Im Magazin "Technology Review" erschien ein Artikel über seine Forschung. Und ein junger Mann half ihm unbeabsichtigt, seine Forschungsergebnisse zu bestätigen.

Jonathan Touboul ist Professor an der US-amerikanischen Brandeis-Universität und untersucht, wie sich Informationen über die Gesellschaft verbreiten und das Verhalten von Menschen beeinflussen. Mithilfe von mathematischen Formeln und Computersimulationen entwickelte er ein Modell, das zeigt, wie sich Akteure einer Gesellschaft verhalten, wenn es um Trends geht.

Touboul konzentrierte sich auf eine Gesellschaft, die sich zusammensetzt aus Konformisten, die die Mehrheit kopieren, und Antikonformisten (er nennt sie Hipster), die das Gegenteil tun. In seinem Modell durchläuft die "Hipster Population" eine Phase, in der sie sich miteinander "synchronisieren", während sie versuchen, das Gegenteil von dem zu tun, was die Mehrheit tut. Wenn sich die Mehrheit der Männer ihren Bart rasiere, lassen Hipster eben ihren Bart wachsen, sagt Touboul. 

Ein wichtiger Aspekt, den Touboul  in seinem Modell berücksichtigt, ist die Zeit, die ein Akteur braucht, bis er neue Trends in der Gesellschaft erkennt und dann darauf reagiert. Das kann nämlich bei jedem vermeintlichen Hipster unterschiedlich lange dauern. Und so kann es passieren, dass ein Akteur davon ausgehe, er verhalte sich antikonform, dabei sind schon viele andere vor ihm auf die gleiche Idee gekommen. So entstehe die Synchronisation.

Wie stark der "Hipster-Effekt" tatsächlich ist, zeigt die wütende Reaktion eines jungen Mannes auf den Artikel im "Technology Review".

Das Magazin versah den Bericht über Toubouls Forschungsergebnisse mit einem Stockfoto eines jungen Mannes mit Bart, Mütze und Karohemd. Daraufhin meldete sich jemand und gab an, er sei der Mann auf dem Foto. Er warf dem Magazin vor, ihn beleidigt zu haben, indem sie ein Foto von ihm im Zusammenhang mit dem Artikel über Hipster zeigen.

Der Chefredakteur Gideon Lichtfield bat die Bildagentur Getty Images, herauszufinden, ob mit der Lizenz des Bildes etwas nicht Ordnung sei. Heraus kam:

Der Mann auf dem Foto ist nicht der Mann, der sich bei Technology Review beschwert hat.

Ups. Der wütende Mann hatte sich offensichtlich selbst verwechselt und unabsichtlich einen Beweis für Jonathan Toubouls Theorie geliefert. Der Chefredakteur Gideon Lichtfield kommentiert den Vorfall amüsiert auf Twitter: "Hipster sehen sich untereinander so ähnlich, nicht einmal sie selbst können sich voneinander unterscheiden."


Fühlen

Gute Freundinnen müssen auch mal "Er will nichts von dir" sagen
Immer schön ehrlich sein!

Alle Frauen in der Runde um mich nicken emsig, ja ja, sagen ihre Köpfe stumm, das ist bestimmt so. Gerade hat eine Freundin beschrieben, wie unglaublich schwierig es sei, den neuen Tinder-Mann zu treffen – er habe so wenig Zeit. Aber da müsse man eben Verständnis haben. 

Mein Kopf bewegt sich auch. Aber von rechts nach links. 

Und dass ich damit die einzige in dieser Runde bin, das ist ein Problem.