Bild: dpa/Twitter; Montage: bento

Die "heute show" hat sich offiziell bei der AfD für einen Witz entschuldigt. Am vergangenen Freitag hat die Satiresendung des ZDF einen Beitrag gesendet, in dem sie sich über über einen stotternden AfD-Politiker lustig machte. 

Die AfD hat die Szene daraufhin auf ihren Social-Media-Kanälen gezeigt. Die Partei sprach von einem "Skandal" und forderte eine Entschuldigung von "heute show"-Moderator Oliver Welke. 

Nun haben Welke und die "heute show" zugegeben: Der Witz über den Stotterer war daneben.

Darum geht's: 

Im "heute show"-Beitrag wird der AfD-Abgeordnete Dieter Amann gezeigt. Er hat bei einer Anhörung in einem Bundestag-Ausschuss zum Thema Familiennachzug gesprochen. (Hier kannst du die Anhörung ansehen)

Amann wird mit der Behauptung gezeigt, dass ältere Flüchtlinge die deutsche Sprache nur schwer erlernen können. Dabei stottert er. Nach dem Ausschnitt äfft Moderator Welke den Politiker noch nach. Für Zuschauer wirkt es, als sei Amann aufgeregt.

  • Was die "heute show" verheimlicht: Amann stottert seit seiner Kindheit. Auf die Sprachbehinderung weißt er zu Beginn seiner Rede auch hin und bittet die anderen Abgeordneten um Nachsicht. "Ich stottere … Das möchte ich vorausschicken, damit sich niemand wundern möge", sagt Amann. Es ist ein mutiger Moment. 

Die AfD stellte beide Ausschnitte nebeneinander. Tausende Nutzer haben das Video auf Twitter und Facebook gesehen:

So reagierte das ZDF:

Sowohl die "heute show" wie auch Oliver Welke entschuldigten sich für den Beitrag. Demnach hatte die Redaktion nichts von der Sprachbehinderung Amanns gewusst – und angenommen, er sei nur nervös gewesen. Es sei nie die Absicht gewesen, sich über das Stottern lustig zu machen, schreibt die Redaktion:

In einem weiteren Statement sagte Oliver Welke, der Clip wäre nie gelaufen, wenn die Redaktion von der Sprachbehinderun gewusst hätte. Es tue ihm persönlich "sehr leid":


Fühlen

Trudeau korrigiert Frau, weil sie ihm zu frauenfeindlich spricht

Kanada meint es ernst mit der Gleichberechtigung. Gerade erst hat das Land seine Nationalhymne geschlechtsneutral angepasst (mehr dazu hier), nun hat der kanadische Premier Justin Trudeau bei einer Veranstaltung erklärt, wie er sich geschlechtsneutrale Sprache vorstellt. Und zwar eher ungeschickt.

Trudeau hat extra eine junge Frau in ihrer Rede unterbrochen – um ihr zu sagen, wie sie ihre Sprache weniger frauenfeindlich gestalten kann.

Die Frau hatte das englische Wort "mankind" verwendet. Es bedeutet "Menschheit", trägt aber das Wort "Männer" mit im Namen. Trudeau empfahl ihr, lieber "peoplekind" zu sagen – also in etwa "Menschenheit".