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5 wichtige Zitate über Europa

Dieses Europa, das einerseits so oft in Frage gestellt und andererseits so stark verteidigt wird, haben wir zu einem Großteil ihm zu verdanken: Helmut Kohl. Am Freitag ist der ehemalige Kanzler im Alter von 87 Jahren gestorben. Eine seiner größten Errungenschaften: das vereinte Europa.

Er kämpfte ein Leben lang dafür, dass wir nicht in isolierten Einzelstaaten leben, sondern gemeinschaftlich in der Europäischen Union. Vor allem die deutsch-französische Freundschaft hat er vorangebracht, genauso wie die Einführung des Euro. 15 Jahre war Kohl alt, als der Zweite Weltkrieg endete und sein älterer Bruder bei einem Fliegerangriff ums Leben kam. 

Krieg sollte es in Europa nie wieder geben, dafür kämpfte er. 

Doch zurzeit haben wir oft das Gefühl, dass dieses Europa bröckelt. Nationalistische Parteien finden viele Anhänger, die Flüchtlingskrise hat zu Abgrenzung geführt, die Briten haben sich für den Brexit entschieden.

Umso bedeutender sind Kohls Zitate über Europa. Er betonte immer wieder, wie wichtig der Zusammenhalt ist. 

Diese Zitate werden uns in Erinnerung bleiben:
Dieses Europa darf keine Festung werden, in der wir uns vor den anderen abschotten. Es muss offen sein.
1991 auf dem Parteitag der CDU

In den USA sehen wir gerade, wohin die Abschottung eines mächtigen Staates führen kann. Trump will die Mauer zu Mexiko, weniger Importe aus dem Ausland und sowieso gilt: "America first". Weltweit sorgt das für Verunsicherung. Und uns zeigt das, wie wichtig es ist, sich nicht zu verschließen.

Nur wenn Europa mit einer Stimme spricht und seine Kräfte bündelt, kann es sein Gewicht angemessen zur Geltung bringen.
1992 bei einem Vortrag in Oxford

Nach dem Brexit haben auch in anderen EU-Ländern viele Politiker Zweifel an dem Erfolg der Europäischen Union geäußert. Doch für viele war der Brexit auch ein Weckruf, sich jetzt erst recht für die Einheit der Staaten zu engagieren. Der Wahlsieg von Emmanuel Macron in Frankreich – ein absoluter Befürworter Europas – und zahlreiche Pro-Europa-Demos zeigen das (bento). 

Wir wollen ein friedfertiges Europa schaffen. Ein Europa, das stark genug ist, den Frieden auf unserem Kontinent zu sichern, kann auch einen aktiven Beitrag zum Frieden der Welt leisten.
1979 im "Deutschen Monatsblatt"

In Osteuropa haben Tausende Menschen erlebt, was es bedeutet wenn der Frieden bröckelt. Die Halbinsel Krim gehört zur Ukraine, ist aber vor mehr als zwei Jahren von Russland annektiert worden. Zwischen Januar 2014 und November 2016 kamen nach UN-Angaben mehr als 9700 Menschen ums Leben, etwa 22.700 wurden verletzt (bento). Für ein friedfertiges Europa müssen wir immer wieder kämpfen.

Viele Menschen fürchten ein zentralistisches Europa. Sie fragen sogar 'Werden wir in einem solchen Europa noch Deutsche, Italiener, Belgier oder Franzosen sein?'. Die Antwort des Vertrages ist eindeutig: Wir bleiben fest in unserer Heimatregion verwurzelt, wir bleiben Deutsche, Italiener und Franzosen und wir sind zugleich Europäer.

Über Grenzen fahren, ohne den Ausweis zu zeigen, mit einer gemeinsamen Währung bezahlen und flexibel in einem anderen EU-Land leben, um dort zu arbeiten – ja, wir sind Europäer und fühlen uns gleichzeitig unseren Heimatländern verbunden. Kohl hatte es sich so gewünscht und immer wieder gemahnt:

Europa ist unsere Zukunft. Europa ist unser Schicksal.
2014 in einem Bild-Interview
Quellen:

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