Bild: dpa/Fredrik von Erichsen
Was ist passiert?

Bundesjustizminister Heiko Maas hat angekündigt, Menschen, die unter dem ehemaligen "Schwulenparagaphen" verurteilt wurden, zu entschädigen. Noch immer gelten sie als vorbestraft. Diese Urteile will die Bundesregierung nun aufheben. (Tagesschau)

Warum ist das wichtig?

"Homosexuelle Handlungen" waren in Deutschland bis Ende der 1960er Jahre strafbar. Rund 50.000 Männer wurden wegen des umstrittenen Paragraphen 175 verurteilt. Die meisten Betroffenen bekamen mehrjährige Haftstrafen und litten unter einen Ausschluss aus der Gesellschaft.

"Die alten Urteile sind aus heutiger Sicht eklatantes Unrecht", sagt SPD-Politiker Maas. Mit seinem Gesetzesentwurf wolle er "diese Schandtaten des Rechtsstaates" wieder gutmachen und die Opfer rehabilitieren. (Tagesschau)

Wie geht es jetzt weiter?

Die Urteile sollen im Einzelfall geprüft werden. Kommt es zu einer Aufhebung, soll ein Betroffener mit 3000 Euro plus 1500 Euro pro Gefängnisjahr entschädigt werden. Maas sieht dafür insgesamt 30 Millionen Euro vor.


Gerechtigkeit

Marine Le Pen begeistert die Jugend. Was ist da los?

Im April und Mai wählt Frankreich einen neuen Präsidenten – und für viele junge Franzosen ist Marine Le Pen offenbar die beste Wahl. Die Kandidatin des rechtsextremen Front National kommt in Umfragen bei jungen Wählern auf 34 Prozent der Stimmen. (Die Welt).

Das ist fast doppelt so viel Zustimmung wie die Zweitplatzierten Emmanuel Macron und François Fillon erhalten – die je 18 Prozent der Stimmen bekommen.

Dem radikalen Linken Jean-Luc Mélenchon wollen 15 Prozent der 18- bis 24-Jährigen ihre Stimme geben.

Das bedeutet: Die Kandidaten von extrem links und extrem rechts kommen bei jungen Wählern zusammen auf 40 Prozent.