Bild: Herby Sachs/WDR/dpa

Seit 2010 regiert Hannelore Kraft in Nordrhein-Westfalen. Ob sie damit nach der Wahl am Sonntag weitermachen kann, ist fraglich: Den jüngsten Umfragen zufolge liegen ihre SPD und die CDU fast gleichauf bei etwa 30 Prozent. Jetzt kommt es also auch darauf an, wie die möglichen Koalitionspartner abschneiden.

Doch die Frau, die einst sagte, sie mache Politik, um die Welt zu verbessern, bleibt optimistisch. 

Wir haben 8 Dinge über Hannelore Kraft gesammelt, die du vielleicht noch nicht wusstest. 
1. Kraft lebt in einem Reihenhaus

Viele Menschen finden es gut, wenn Politiker trotz Politik-Alltag bodenständig bleiben. Kraft legt darauf besonders viel Wert – und pflegt ihr Image als Freundin von nebenan, die die Sorgen der Menschen kennt.

Kraft stammt aus einer Arbeiterfamilie, ihre Mutter war Schaffnerin, der Vater Straßenbahnfahrer. Noch heute wohnt Kraft mit ihrem Mann – einem Elektroninstallateur – im Mülheimer Arbeiterviertel Dümpten. (Zeit Online/"Westdeutsche Zeitung")

2. Kraft studierte in London 

Doch sie begann nicht gleich nach ihrem Abitur mit dem Studium. Zunächst absolvierte Kraft eine Banklehre. Am Bankschalter wollte sie aber nicht bleiben. Sie überlegte erst, Jura zu studieren, aber die Durchfallquote machte ihr Angst. Am Ende entschied sie sich für ein Studium der Wirtschaftswissenschaften in Duisburg. Zwischendurch absolvierte sie ein Auslandsjahr am renommierten King’s College in London.

Und wie finanzierte sie das Ganze? Mit Jobs als Aushilfssekretärin. (hannelorekraft.de)

In der Slideshow: Düsseldorf vor der Wahl
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3. Kraft heiratete ihren Mann in Namibia – zum zweiten Mal

20 Jahre waren ihr Mann Udo und sie schon standesamtlich verheiratet, als sie 2012 noch einmal Ja sagten – und zwar in Namibia. Ihr Sohn Jan war da schon 19 Jahre alt. 

"Am Anfang unserer Ehe haben wir uns gesagt, wir versuchen es zu schaffen, zusammenzubleiben, bis unser Junge groß ist. Dann verhandeln wir noch mal", hatte die Ministerpräsidentin einmal der "Bunten" gesagt.

Die Krafts kennen sich schon seit der Schulzeit, verloren sich aber zunächst aus den Augen. An Karneval 1992 trafen sie sich dann in einem Weinlokal wieder – und verliebten sich "Hals über Kopf ineinander", wie Kraft auf ihrer Homepage schreibt.

Das Hochzeitsfoto aus Namibia teilte Kraft übrigens bei Twitter und Facebook. Tausenden gefiel das. ("Rheinische Post"/SPIEGEL ONLINE)

(Bild: privat/dpa)
"Ich möchte die Welt verbessern."
Hannelore Kraft auf die Frage, warum sie Politik macht
4. Krafts Regierung ist es zu verdanken, dass die Studiengebühren wieder abgeschafft wurden

Außerdem setzte sie durch, dass das letzte Kindergartenjahr für Eltern in NRW beitragsfrei bleibt. Beides zählt auch schon zu den größten Errungenschaften ihrer bisherigen Amtszeit. Aus der Wirtschaft gibt es kaum Erfolgsmeldungen:

  • Die Kinderarmut in NRW stieg laut Bertelsmann Stiftung von 17 Prozent in 2011 auf 18,6 in 2015 ("Die Welt"/NDR).
  • 2015 wuchs das Bruttoinlandsprodukt lediglich um 0,8 Prozent – vorletzter Platz im Bundesvergleich. 2016 war es dann Platz 6 mit 1,8 Prozent Wachstum (General-Anzeiger Bonn).
  • Die Arbeitslosigkeit sinkt, aber langsamer als im Rest Deutschlands. 54 Prozent der Arbeitslosen in NRW haben keine Berufsausbildung. 
5. Ihr Auftritt nach der Loveparade-Katastrophe bewegte viele

Damals war Kraft gerade einmal zwei Wochen im Amt. Als sie von dem Unglück auf dem Duisburger Festival-Gelände erfuhr, kaufte sie gerade im Karstadt in der Herrenabteilung ein. Auch ihr Sohn hatte auf der Loveparade gefeiert. Wegen des überlasteten Netzes konnte sie ihn stundenlang nicht erreichen. Er hatte Glück, hielt sich nicht am Unglücksort auf. 

21 Menschen kamen damals ums Leben, mehr als 500 weitere wurden schwer verletzt. Als Kraft auf der Trauerfeier am Rednerpult stand, weinte sie und versuchte, den Angehörigen Trost zu spenden. (Zeit Online)

"Ich mache mit Leidenschaft Politik, aber ich agiere nicht wie ein Roboter."
Hannelore Kraft
6. Sie bevorzugt Kinderkritzeleien statt teurer Gemälde

Als sie das Büro als NRW-Ministerpräsidentin von ihrem Vorgänger Jürgen Rüttgers (CDU) übernahm, hing dort ein Gemälde des Malers Emil Schumann. Preis: 500.000 Euro. Was nun dort hängt? Ein buntes Kinderbild. Schüler haben es gemalt, nachdem Kraft sie gebeten hatte, etwas zu malen, das sie mit NRW verbinden. ("Kölnische Rundschau")

(Bild: Henning Kaiser/ dpa)
7. Kraft lehnt es ab, Kanzlerin zu werden

Das betont sie seit Jahren. Als sie zum ersten Mal deutlich Nein sagte, gab sie auch gleich allen machtgierigen Männern einen mit auf den Weg. Ihre Antwort auf die Frage, warum sie nicht Kanzlerin werden wolle: 

"Das ist männliches Denken: Immer muss es der nächste Karriereschritt sein, das nächstgrößere Ding. Ich bin zufrieden. Sie glauben gar nicht, wie viel Spaß mir meine Arbeit macht. Ich finde, Ministerpräsidentin von 17,8 Millionen Menschen zu sein, ist keine geringe Aufgabe."
8. Sie war die erste Frau im Amt der Bundesratspräsidentin

Wer dieses Amt inne hat, ist offiziell Vertreter des Bundespräsidenten. Kraft hatte die Funktion von November 2010 bis Ende Oktober 2011 inne. Dass sie die erste Frau in diesem Amt war, war vor allem Zufall. 

Denn die Wahl ist reine Formsache. Die Ministerpräsidenten wechseln sich beim Vorsitz des Bundesrates ab und zu diesem Zeitpunkt war eben Nordrhein-Westfalen an der Reihe. ("Süddeutsche Zeitung")

Am Sonntag konkurriert Kraft mit CDU-Mann Armin Laschet um das Amt des Ministerpräsidenten. Hier sind acht Fakten über ihn, die du vielleicht noch nicht wusstest.

Zwei Textstellen mussten korrigiert werden. Krafts Mann ist berufstätig und nicht nur Hausmann. Kraft absolvierte ihre Lehre nicht bei der Dresdner Bank in Mönchengladbach.


Haha

Ein Teenager bekommt ein Jahr lang gratis Chicken Nuggets – wegen eines Twitter-Rekords
Seriously?

"How many retweets for a year of free chicken nuggets?" – Mit dieser Frage hat alles begonnen. Carter Wilkerson, ein 16-jähriger Teenager aus Nevada, stellte sie am 5. April der Fastfoodkette Wendy's. 18 Millionen, antwortete die.

Gut einen Monat später hat Carter 3,5 Millionen Retweets gesammelt, einen Twitter-Rekord gebrochen – und tatsächlich ein Jahr Chicken Nuggets for free gewonnen. ("New York Times")