Bild: Bernd Thissen/dpa (Symbolbild: Flüchtlingsheim in Dortmund)
Drei Fragen, drei Antworten zum Angebot

Knapp drei Jahre nach dem besonders viele Geflüchtete nach Deutschland kamen, stehen viele Unterkünfte leer. Die Menschen leben an anderen Orten, haben mittlerweile Wohnungen. Die Stadt Hamburg verkauft deshalb nun 50 ehemalige Flüchtlingshäuser bei Ebay Kleinanzeigen. 

Was kosten die Häuser?

Laut der Anzeige liegt das Mindestgebot bei 1000 Euro. Der Neupreis habe 23.000 Euro betragen. Die Häuser aus Holz sind 28 Quadratmeter groß und liegen in der Hamburger Neustadt. Es gibt allerdings einen Haken: Der Käufer braucht eine Baugenehmigung und muss die Häuser selbst abholen.

Die Transportkosten innerhalb Hamburgs lägen bei 3000 bis 5000 Euro, so der Sprecher des Zentralen Koordinierungsstabs Flüchtlinge, Daniel Bosselt. Allerdings könnten die Häuser mit einem Kran vor Ort auf einen Schwerlasttransporter geladen werden.

Ob der Preis bei 1000 Euro bleibt, ist aber fraglich. "Wir haben auch schon Angebote erhalten, die direkt bei 2000 lagen", sagte Posselt zu bento.

Wer kauft so etwas?

"Wir haben jetzt 200 Anfragen erhalten und haben die Anzeige erst einmal aus dem Netz genommen, weil wir mit der Bearbeitung nicht hinterher kommen", sagte der Sprecher.

Mögliche Käufer seien zum Beispiel Kirchengemeinden, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge einsetzen und ihnen so eine Unterkunft bieten könnten. "Die wollten direkt zehn bis 20 davon haben", so Posselt. 

Als weitere Kunden würden Baufirmen in Frage kommen, die die Häuser als Security-Häuschen nutzen würden, ebenso wie viele private Kunden. "Aber bei denen müssen wir noch selektieren, ob die Angebote ernst gemeint sind", so Posselt.

Die ehemaligen Unterkünfte könnten aber auch als Gästehaus, Werkstatt, Sport-, Spiel-, oder Yogahaus genutzt werden. Alle Häuser seien mit diversen Steckdosen, Heizung und Isolation gegen Kälte und Wind ausgestattet, heißt es in der Anzeige.

Warum werden die Häuser nicht anders genutzt?

In Hamburg leben Hunderte Menschen auf der Straße, sind Wohnungslos. Besonders im Winter, aber auch im Hochsommer sind Menschen, die auf der Straße leben, schwierigen Situationen ausgesetzt (bento). Wäre es da nicht praktisch, die Häuser als Notunterkünfte für Wohnungslose und Obdachlose zu verwenden?

"Nein", sagt Bosselt auf Nachfrage von bento. "Wir brauchen diese Unterkünfte für Obdachlose nicht. Weder als Folgeunterkunft, noch als Notquartier im Winter. Jeder, der einen Schlafplatz in Hamburg braucht, der findet auch einen. Das Problem ist, dass viele nicht wollen." 

Außerdem hätten die Unterkünfte nicht ausreichende Ausstattung, um Obdachlose als Schlafplatz zu dienen, so Posselt.

Ein weiteres Problem: Der Platz. Die Häuser müssten weg, so Posselt. "Die stehen derzeit in einem Naherholungsgebiet."

Mit Material von dpa


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